Kategorie ‘Humorhaber’

Die bürgerunfreundlichste Behörden-eMail-Adresse aller Zeiten

Von Michael Gleiten (17.07.2014)
Keine Kommentare

… dürfte mit 61-Zeichen die zentrale Kontakt-Mailadresse des Londoner-Nachlassgerichts sein. Hier ist sie in voller Pracht und Herrlichkeit: londonpersonalapplicationsenquiries@hmcourts-service.gsi.gov.uk. Typisch schrullig britisch, wie ihr Postleitzahlensystem und die Staatsorganisation generell (siehe den amüsanten beitrag der Kollegen von CCL hier). Übrigens: Hier der Beweis, dass wir uns die Mailadresse nicht ausgedacht haben.

Cool, Rechthaber-Beitrag hat mehr als 45.000 Leser auf Jurablogs

Von Michael Gleiten (10.07.2014)
Keine Kommentare

Kurz vor dem 6. Geburtstag unseres Blogs RECHTHABER.COM  (gestartet Juli 2008) wollten wir mal wissen, welcher unserer bislang rund 800 Beiträge die meisten Leute interessiert hat. Gerechnet hatten wir mit ein paar Tausend Lesern für den Spitzenreiter. Weit gefehlt: Der absolute Dauerbrenner unter den Rechthaber-Posting hat Stand heute 45.108 Leser bei Jurablogs und heißt: “Einschreiben sind rechtlich wertlos”. Herzlichen Dank! Das motiviert das Autorenteam.

Die aktuellen Top-Rating Beiträge sind:
(1)   “Teure Eltern! – Wer zahlt das Pflegeheim?” (Checkliste Elternunterhalt)
(2)  “Das korrekte Nachlassverzeichnis: Basis für die Pflichtteilsberechnung
(3)  “Enterbt ist halb so schlimm: So macht man den Pflichtteil geltend
(4)   Infos und Mustertexte zu “Generalvollmacht” und Vorsorgevollmacht”
(5)   Fakten zum Erbrecht 2012 mit Muster für Berliner Testament
(6)   Geheime Codes im Arbeitszeugnis? So benotet man Mitarbeiter
(7)   Muster-Treuhandvertrag (Strohmannvereinbarung GmbH-Anteile)

londonpersonalapplicationsenquiries@hmcourts-service.gsi.gov.uk

Von Michael Gleiten (14.03.2014)
Keine Kommentare

Kein Scherz: Das ist die offizielle e-Mail-Adresse für jeden, der in London einen Erbscheinsantrag stellt (zum Beweis). Quasi der britische Ansatz zum Thema kundenorientierte Verwaltung. Alle eMails gehen an diese zentrale Adresse. Personalisierte e-Mails für individuelle Mitarbeiter? Fehlanzeige. Auch wenn man also die fünfte Mail zu einem konkreten Erbfall schreibt und etwa nur einen Termin verlegen möchte: Geht alles an die zentrale Eingangsmail, worauf man die computergenerierte Standardantwort bekommt, dass es bis zu zehn Tagen dauern kann, bis die eMail gelesen wird. In eiligen Fällen solle man anrufen. Kommt man ausnahmsweise mal telefonisch durch, erklärt einem die freundliche Dame in schönem britischen Englisch, dass das Probate Department derzeit leider extrem überarbeitet ist, weil gerade in den letzten Monaten “awfully many poor old people have passed away”, und zwar – die Begründung wechselt je nach Jahreszeit – entweder wegen des “awfully” strengen Winters oder wegen des “horribly” heißen Sommers. Nach dieser freundlichen Erklärung der Hintergründe zur Mortalitätsrate älterer Menschen im Großraum London empfiehlt die nette Dame dann meistens, doch besser eine e-Mail zu schreiben, weil der Sachbearbeiter die Fakten dann gleich schriftlich vor sich habe. Wie der Sachbearbeiter heißt dürfe sie leider nicht mitteilen. Fazit: Im Fall ist man keinen Millimeter weiter, aber irgendwie war es ein angenehmes Telefonat.

Aber vermutlich wollen die Untertanen Ihrer Majestät das so. Wer ein heterogenes Empire verwalten konnte, den schreckt doch keine komplexe e-Mail-Adresse. Die anglophilen Kollegen von Cross-Channel-Lawyers lassen sich ebenfalls nicht schrecken und kämpfen sich auf ihrem Blog zum deutsch-britischen Recht durch solche und ähnliche Widrigkeiten. Nebenbei haben sie hier weitere Beispiele für den britischen Hang zur Vereinfachung gesammelt. Lustig!

Vom Sein und Schein englischer “Groß”-Kanzleien

Von Michael Gleiten (18.11.2013)
Keine Kommentare

Wenn Anwälte Marketing betreiben, geht das nicht selten nach hinten los (siehe hier und hier und hier). Nun spricht ja nichts dagegen, sich in positivem Licht darzustellen. Aber die Werbebotschaft sollte möglichst noch irgend etwas mit der Realität zu tun haben. Bei einer gegnerischen Kanzlei aus der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs ist das vielleicht nicht mehr ganz der Fall: In einem internationalen Erbrechtsmandat erhalten wir aus London ein Schreiben auf beeindruckend dickem Briefbogen. Die Ehrfurcht steigt zunächst noch weiter, als wir uns die Website ansehen und dort ein imposantes Glashochhaus abgebildet sehen. Assoziationen von 100 Pfund Büromieten pro Quadratmeter in einem High End Bürokomplex stellen sich ein. Doch was ist das? Google hat noch weitere Fundstellen zur Kanzlei anzubieten, insbesondere auch Streetview von der tatsächlichen Fassade des Kanzleigebäudes (hier). Und die Assoziationen, die sich nun einstellen, sind eher die aus einem Dickens-Roman (Bartleby the Scrivener etc.). Nur am Rande sei erwähnt, dass es in der Kanzlei Allan Jay Payne weder einen Allen, noch einen Jay oder gar einen Payne gibt. Die Kanzlei besteht aus zwei Anwälten und zwei Referendaren (Assistant Solicitors). Und sie liegt so weit nördlich, dass die Underground-Fahrt von Central London zur Kanzlei fast eine Stunde dauert. Nun sind wir nicht mehr ganz sooo beeindruckt. Zwei Tipps an den Webdesigner: Weniger ist manchmal mehr. Mal “Authenzitität der Werbebotschaft” googeln.

Wieder mal eine optisch coole Kanzleiwebsite

Von Michael Gleiten (16.09.2013)
Keine Kommentare

Click-technische High-Performer unseres Blogs sind Hinweise auf originelle oder weniger gelungene Anwaltswebsites. Ja, schon klar, da ist vieles subjektiv und über Geschmack sollten nicht mal Anwälte streiten. Aber trotzdem: Mit einfachsten Mitteln – eigentlich ist es nur eine online-Visitenkarte – schaffen die Karlsruher Kollegen Arfmann & Berger einen sympathischen Auftritt, der aus der Masse heraussticht und der auf einer einzigen Seite alle für den Mandanten wichtigen Infos transportiert: Ist mir der Mensch sympathisch, welche Fachgebiete bearbeitet er und wo finde ich ihn. Glückwunsch an den Webdesigner. War bestimmt nicht einfach, den Anwälten ihre Marketingtexte wegzustreichen.

Weitere Beiträge zu Anwaltsmarketing
- Die 7 schlimmsten Klischee-Motive auf Kanzleiwebsites
- Anwalt ist stolz auf seinen Spitznamen “Rottweiler”
- Dummdreiste Anwaltswerbung: “Deutschlands bester Anwalt”

So einen super Anwalt wie mich gibt es in ganz Hessen nicht!

Von Bernhard Schmeilzl (26.07.2013)
Keine Kommentare

Schreibt mir Herr X, von dem ich bis dahin noch nie etwas gehört hatte, am Mittwoch um 21:45 Uhr. Er würde gerade an einem Riesending recherchieren, das es – wenn die Bombe platze – sicher in die 20 Uhr Tagesschau schaffe, weil wohl noch nie jemand so akribisch recherchiert habe wie er, man fürchte ihn allenthalben ob seiner Gründlichkeit und er fände mit Leichtigkeit bald jeden Tag neue Betrüger. Er müsse dringend mit mir sprechen und ich könne ihn jederzeit anrufen, egal wann! [mehr]

Die “Deutsche Anwaltshotline AG” spamt mich an

Von Bernhard Schmeilzl (05.06.2013)
Ein Kommentar

Gerade erhalte ich eine freundliche Nachricht der Deutschen Anwaltshotline AG (hier: Mail_Anwaltshotline).  Deren Web-Support-Mitarbeiter findet unseren Rechthaber-Blog total super, freut sich über unsere tollen Postings und möchte auf Rechthaber gerne das “neue Tool” der Deutschen Anwaltshotline AG präsentieren, mit dessen Hilfe Website-Betreiber ein “rechtssicheres dynamisches Impressum” erstellen lassen können. Okay. Also wenn mich mein Gefühl nicht täuscht ist das Mail der Anwaltshotline klassischer Spam. Ich sehe eine gewisse ironische Brechung darin, dass ein Unternehmen, das ein “Tool für rechtssichere Impressumserstellung” selbiges Tool mit ziemlich rechtsunsicheren Spam-Mails bewirbt. But, maybe it’s just me…  Nun ja, ich spare mir die Unterlassungsaufforderung an die Anwaltshotline. Und der Herr vom Web-Support hat sein Ziel ja auch – irgendwie – erreicht: Ich habe ja jetzt auf das neue prima Tool hingewiesen.

Pacta sunt servanda, Herr Kollege!

Von Bernhard Schmeilzl (04.06.2013)
Keine Kommentare

Der österreichische Kollege hat sich gemeldet. Wir sind in den Klärungsprozess eingetreten. Mal sehen…

:-)

Die 7 schlimmsten Klischee-Motive auf Kanzleiwebsites

Von Michael Gleiten (21.05.2013)
9 Kommentare

Auf dem Portal Terminsvertreter.com sind mittlerweile weit über 1.000 deutsche Anwaltskanzleien registriert (siehe hier), die alle auf ihre jeweilige Kanzleiwebsite verweisen. Da bekommt man also einiges zu sehen, Gutes und weniger Geglücktes, selbstgebastelte Online-Visitenkarten mit 80er-Jahre-Charme und avantgardistische Web 3.0 Websites. Mindestens ein Drittel der Websites verwendet als grafisches Stilmittel ein Motiv aus der Mottenkiste der Anwaltsklischees, wie ja auch das Portal Terminsvertreter selbst. Hier die Top 7:

1) das Paragraphenzeichen, besonders schlimm in der rotierenden Form
2) die Anwaltsrobe, entweder am Anwalt oder am Kleiderhaken, gerne auch kombiniert mit weißer Krawatte)
3) der Schönfelder, unter dem Arm, in der Hand oder auf dem Schreibtisch (gerne auch in Kombination mit 2, s.o.)
4) die Waage und/oder Justizia (bei kämpferischen Kollegen auch mit Schwert; hier in besonders schöner Kombination mit gleich drei Schönfeldern)
5) das Buchregal, gerne auch kombiniert mit Klischee 3 oder 4
6) der Holzhammer (hier gleich in Kombi mit 1 und 4); besonders eigenartig, da in Deutschland nicht existent, schon gar nicht darf ein Anwalt hämmern; aber was soll’s, der Mandant findet einen Hammer cool, weil den kennt er aus Hollywood-Gerichtsfilmen (“You can’t stand the truth…”)
7) antike Säulen (bei diesem Beispiel lohnt sich auch das nach unten Scrollen)

Zum Abschluss hier noch ein besonders gelungenes Arrangement der Klischees 1, 3, 4 und 6.

Fazit: Wenn der Webdesigner mitteilt, er habe da eine ganz innovative Idee und vorschlägt, man könne für die Anwaltswebsite doch mal ein Foto machen, in dem der Anwalt in Robe, mit Gesetzestext in der Hand vor dem Buchregal und neben der Justizia steht, dann sollte man in Erwägung ziehen, diesen wortlos zu ohrfeigen…

Weitere Beiträge zu mehr oder weniger gelungenem Anwaltsmarketing hier,  hier und hier

Anwalt ist stolz auf seinen Spitznamen “Rottweiler”

Von Michael Gleiten (17.04.2013)
6 Kommentare

Technisch up-to-date, aber im Stil eher altmodisch-kernig verspricht Rodney in seiner Online-Videobotschaft, dass er den Gegner platt macht, wenn man ihn für eine Scheidung oder ein Strafverfahren anheuert. Wenig von der Blässe des Selbstzweifels angekränkelt nennt er sich einen Street Fighter. Doch, doch, der meint das Ernst. Das ist nicht mehr weit entfernt von Saul Goodman, dem – allerdings fiktiven – Anwalt aus der Serie Breaking Bad. Nun denn, dann buche ich jetzt auch mal einen Videoregisseur und schreibe mir ein Skript. “Ich bin Michael, der Plattmacher. Wenn Sie mich als Ihren Anwalt mandatieren, schei… sich die anderen schon allein deshalb ins Hemd. Versprochen!” Oder so ähnlich…

Weitere Beiträge zu mehr oder weniger gelungenem Anwaltsmarketing hier und hier