Kategorie ‘Humorhaber’

Vom Sein und Schein englischer “Groß”-Kanzleien

Von Michael Gleiten (18.11.2013)
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Wenn Anwälte Marketing betreiben, geht das nicht selten nach hinten los (siehe hier und hier und hier). Nun spricht ja nichts dagegen, sich in positivem Licht darzustellen. Aber die Werbebotschaft sollte möglichst noch irgend etwas mit der Realität zu tun haben. Bei einer gegnerischen Kanzlei aus der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs ist das vielleicht nicht mehr ganz der Fall: In einem internationalen Erbrechtsmandat erhalten wir aus London ein Schreiben auf beeindruckend dickem Briefbogen. Die Ehrfurcht steigt zunächst noch weiter, als wir uns die Website ansehen und dort ein imposantes Glashochhaus abgebildet sehen. Assoziationen von 100 Pfund Büromieten pro Quadratmeter in einem High End Bürokomplex stellen sich ein. Doch was ist das? Google hat noch weitere Fundstellen zur Kanzlei anzubieten, insbesondere auch Streetview von der tatsächlichen Fassade des Kanzleigebäudes (hier). Und die Assoziationen, die sich nun einstellen, sind eher die aus einem Dickens-Roman (Bartleby the Scrivener etc.). Nur am Rande sei erwähnt, dass es in der Kanzlei Allan Jay Payne weder einen Allen, noch einen Jay oder gar einen Payne gibt. Die Kanzlei besteht aus zwei Anwälten und zwei Referendaren (Assistant Solicitors). Und sie liegt so weit nördlich, dass die Underground-Fahrt von Central London zur Kanzlei fast eine Stunde dauert. Nun sind wir nicht mehr ganz sooo beeindruckt. Zwei Tipps an den Webdesigner: Weniger ist manchmal mehr. Mal “Authenzitität der Werbebotschaft” googeln.

Wieder mal eine optisch coole Kanzleiwebsite

Von Michael Gleiten (16.09.2013)
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Click-technische High-Performer unseres Blogs sind Hinweise auf originelle oder weniger gelungene Anwaltswebsites. Ja, schon klar, da ist vieles subjektiv und über Geschmack sollten nicht mal Anwälte streiten. Aber trotzdem: Mit einfachsten Mitteln – eigentlich ist es nur eine online-Visitenkarte – schaffen die Karlsruher Kollegen Arfmann & Berger einen sympathischen Auftritt, der aus der Masse heraussticht und der auf einer einzigen Seite alle für den Mandanten wichtigen Infos transportiert: Ist mir der Mensch sympathisch, welche Fachgebiete bearbeitet er und wo finde ich ihn. Glückwunsch an den Webdesigner. War bestimmt nicht einfach, den Anwälten ihre Marketingtexte wegzustreichen.

Weitere Beiträge zu Anwaltsmarketing
- Die 7 schlimmsten Klischee-Motive auf Kanzleiwebsites
- Anwalt ist stolz auf seinen Spitznamen “Rottweiler”
- Dummdreiste Anwaltswerbung: “Deutschlands bester Anwalt”

So einen super Anwalt wie mich gibt es in ganz Hessen nicht!

Von Bernhard Schmeilzl (26.07.2013)
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Schreibt mir Herr X, von dem ich bis dahin noch nie etwas gehört hatte, am Mittwoch um 21:45 Uhr. Er würde gerade an einem Riesending recherchieren, das es – wenn die Bombe platze – sicher in die 20 Uhr Tagesschau schaffe, weil wohl noch nie jemand so akribisch recherchiert habe wie er, man fürchte ihn allenthalben ob seiner Gründlichkeit und er fände mit Leichtigkeit bald jeden Tag neue Betrüger. Er müsse dringend mit mir sprechen und ich könne ihn jederzeit anrufen, egal wann! [mehr]

Die “Deutsche Anwaltshotline AG” spamt mich an

Von Bernhard Schmeilzl (05.06.2013)
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Gerade erhalte ich eine freundliche Nachricht der Deutschen Anwaltshotline AG (hier: Mail_Anwaltshotline).  Deren Web-Support-Mitarbeiter findet unseren Rechthaber-Blog total super, freut sich über unsere tollen Postings und möchte auf Rechthaber gerne das “neue Tool” der Deutschen Anwaltshotline AG präsentieren, mit dessen Hilfe Website-Betreiber ein “rechtssicheres dynamisches Impressum” erstellen lassen können. Okay. Also wenn mich mein Gefühl nicht täuscht ist das Mail der Anwaltshotline klassischer Spam. Ich sehe eine gewisse ironische Brechung darin, dass ein Unternehmen, das ein “Tool für rechtssichere Impressumserstellung” selbiges Tool mit ziemlich rechtsunsicheren Spam-Mails bewirbt. But, maybe it’s just me…  Nun ja, ich spare mir die Unterlassungsaufforderung an die Anwaltshotline. Und der Herr vom Web-Support hat sein Ziel ja auch – irgendwie – erreicht: Ich habe ja jetzt auf das neue prima Tool hingewiesen.

Pacta sunt servanda, Herr Kollege!

Von Bernhard Schmeilzl (04.06.2013)
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Der österreichische Kollege hat sich gemeldet. Wir sind in den Klärungsprozess eingetreten. Mal sehen…

:-)

Die 7 schlimmsten Klischee-Motive auf Kanzleiwebsites

Von Michael Gleiten (21.05.2013)
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Auf dem Portal Terminsvertreter.com sind mittlerweile weit über 1.000 deutsche Anwaltskanzleien registriert (siehe hier), die alle auf ihre jeweilige Kanzleiwebsite verweisen. Da bekommt man also einiges zu sehen, Gutes und weniger Geglücktes, selbstgebastelte Online-Visitenkarten mit 80er-Jahre-Charme und avantgardistische Web 3.0 Websites. Mindestens ein Drittel der Websites verwendet als grafisches Stilmittel ein Motiv aus der Mottenkiste der Anwaltsklischees, wie ja auch das Portal Terminsvertreter selbst. Hier die Top 7:

1) das Paragraphenzeichen, besonders schlimm in der rotierenden Form
2) die Anwaltsrobe, entweder am Anwalt oder am Kleiderhaken, gerne auch kombiniert mit weißer Krawatte)
3) der Schönfelder, unter dem Arm, in der Hand oder auf dem Schreibtisch (gerne auch in Kombination mit 2, s.o.)
4) die Waage und/oder Justizia (bei kämpferischen Kollegen auch mit Schwert; hier in besonders schöner Kombination mit gleich drei Schönfeldern)
5) das Buchregal, gerne auch kombiniert mit Klischee 3 oder 4
6) der Holzhammer (hier gleich in Kombi mit 1 und 4); besonders eigenartig, da in Deutschland nicht existent, schon gar nicht darf ein Anwalt hämmern; aber was soll’s, der Mandant findet einen Hammer cool, weil den kennt er aus Hollywood-Gerichtsfilmen (“You can’t stand the truth…”)
7) antike Säulen (bei diesem Beispiel lohnt sich auch das nach unten Scrollen)

Zum Abschluss hier noch ein besonders gelungenes Arrangement der Klischees 1, 3, 4 und 6.

Fazit: Wenn der Webdesigner mitteilt, er habe da eine ganz innovative Idee und vorschlägt, man könne für die Anwaltswebsite doch mal ein Foto machen, in dem der Anwalt in Robe, mit Gesetzestext in der Hand vor dem Buchregal und neben der Justizia steht, dann sollte man in Erwägung ziehen, diesen wortlos zu ohrfeigen…

Weitere Beiträge zu mehr oder weniger gelungenem Anwaltsmarketing hier,  hier und hier

Anwalt ist stolz auf seinen Spitznamen “Rottweiler”

Von Michael Gleiten (17.04.2013)
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Technisch up-to-date, aber im Stil eher altmodisch-kernig verspricht Rodney in seiner Online-Videobotschaft, dass er den Gegner platt macht, wenn man ihn für eine Scheidung oder ein Strafverfahren anheuert. Wenig von der Blässe des Selbstzweifels angekränkelt nennt er sich einen Street Fighter. Doch, doch, der meint das Ernst. Das ist nicht mehr weit entfernt von Saul Goodman, dem – allerdings fiktiven – Anwalt aus der Serie Breaking Bad. Nun denn, dann buche ich jetzt auch mal einen Videoregisseur und schreibe mir ein Skript. “Ich bin Michael, der Plattmacher. Wenn Sie mich als Ihren Anwalt mandatieren, schei… sich die anderen schon allein deshalb ins Hemd. Versprochen!” Oder so ähnlich…

Weitere Beiträge zu mehr oder weniger gelungenem Anwaltsmarketing hier und hier

Riesiges Waffenarsenal in Münchner Privatwohnung gefunden

Von Michael Gleiten (12.04.2013)
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Einen schockierenden Zufallsfund machte in den gestrigen Abendstunden ein Rechtsanwalt in München: Gut versteckt im Kinderzimmer seines Sohnes fand sich ein Waffenlager bestehend aus Kinderarmbrust, Luke Skywalker Lichtschwert, zwei Zwisteln, diversen Plastikschusswaffen, einem Wicky-Holzschwert, zwei Piratenmessern, vier Hotzenplotz-Krummsäbeln und einem Zweihänder-Ritterschwert. Im Rahmen einer sofortigen Befragung gab der 5jährige an, die meisten dieser Waffen von einem gewissen “Opa Franz” (wahrscheinlich ein Deckname) erhalten zu haben. Man brauche das alles, um sich gegen einen gewissen “Schrecklichen Sven” (Fahndung wurde eingeleitet) verteidigen zu können. Um ausufernde Diskussionen mit der im selben Haushalt lebenden weiblichen Erziehungsberechtigten (vom Beschuldigten meist völlig distanzlos “Mami” genannt) über die Frage zu vermeiden, welche Auswirkungen der spielerische Einsatz von Nahkampfwaffen auf die psychische Reifung von kleinen Jungen hat, einigten sich der Rechtsanwalt und der Beschuldigte darauf, zwei der Waffen in unmittelbarer Bettnähe zu belassen und für den Rest ein Mami-sicheres Versteck zu suchen.

Anwalt verjubelt Honorarvorschuss und kann 10.000 Euro nicht zurückzahlen. Veruntreuung von Fremdgeld?

Von Michael Gleiten (02.04.2013)
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Nein, meinte Anwaltsgerichtshof (AGH) Nordrhein-Westfalen am 07.09.2012, denn ein Honorarvorschuss ist kein Fremdgeld im Sinne des § 43a Abs. 5 BRAO. Der Mandant hat nur eine “normale” Rückerstattungsforderung und muss diese notfalls zivilrechtlich einklagen. Strafbare und berufsrechtswidrige Untreue hat der spendierfreudige Anwalt dagegen nicht begangen. Was war passiert? [mehr]

Aufnahmestopp für neue Blogs bei Jurablogs?

Von Michael Gleiten (17.12.2012)
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Jurablogs nimmt ab sofort keine neuen LawBlogs mehr in das Listing auf! Dieser Eindruck drängt sich uns zumindest auf. Denn seit Wochen versuchen wir, zusätzlich zu unserem Hauptblog rechthaber.com den weiteren Blog www.cross-channel-lawyers.de mit Beiträgen speziell zum britisch-deutschen Recht bei Jurablogs anzumelden. Unter dem Reiter “Teilnehmen” fordert Jurablogs freundlich und Hoffnung erweckend auf: “Schreiben Sie uns einfach eine kurze E-Mail mit der Adresse Ihres Blogs an redaktion@jurablogs.com “. Das haben wir gemacht. Am 22. November. Und nochmal am 6. Dezember. Bislang leider ohne Reaktion. Na ja, vielleicht nur überlastet. Oder etwa anglophob? We sure hope not.