Kategorie ‘Humorhaber’

Richter verprügelt Pflichtverteidiger im Gerichtssaal

Von Michael Gleiten (13.02.2015)
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Ja, so geht’s zu im Strafgerichtsaal zu Brevard County im sonnigen Florida. Aber der Richter hatte den lästigen Strafverteidiger ja gewarnt: “Sie gehen mir auf die Nerven. Setzen Sie sich hin und halten Sie die Klappe.” Der renitente Anwalt wollte aber unbedingt weiter verteidigen. Brabbelt so provozierende Statements wie: “I am a public defender. I have a right to be here!” und lauter solchen Unsinn. Darauf nahm der Richter das Recht in die eigene, nun ja, Hand. Oder besser Faust. “Wenn Sie’s wissen wollen, dann gehen wir beide mal raus und ich versohl Ihnen den Arsch!”. Im Original klingt’s noch schmissiger: “… I’m gonna kick your ass”. So kam es dann auch. Und da in USA-Gerichtssäälen gottlob Kameras erlaubt sind, gibt es sogar Fernsehaufnahmen von der Veranstaltung. Lustig. Wär nur interessant zu wissen, was dem  Angeklagten eigentlich zu Last lag. Am Ende vielleicht Körperverletzung. Hihi!

Lieblingssätze, die Anwälte von Mandanten hören

Von Bernhard Schmeilzl (31.07.2014)
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Mit der Zeit entwickelt man als Rechtsanwalt ein gewisses Gespür dafür, in welche Richtung sich Mandate entwickeln können. Ein besonders hohes Potential, später im Innenverhältnis “interessant” zu werden, haben Mandate, die mit folgenden Sätzen beginnen (alle tatsächlich mindestens einmal selbst gehört, viele mehrfach):

1) Ich war mit der Sache schon bei ein paar anderen Anwälten, aber die waren alle unfähig. Sie sind meine letzte Hoffnung!
2) Sie haben mit dem Fall auch gar nicht viel Arbeit. Ich erstelle die Schriftsätze selber, Sie müssen die nur auf Anwaltsbriefbogen einreichen.
3) Vorschuss kann ich keinen zahlen, aber ich biete Ihnen ein Erfolgshonorar von … Prozent der erfolgreich eingeklagten Forderung an.
4) Ich habe schon bei Gericht angerufen und denen erklärt, warum die Klage der Gegenseite eine Frechheit ist.
5) Der Wisch hier [gemeint ist ein VB oder VU] ist mir vor einer Weile zugestellt worden. Wann genau weiß ich nicht mehr.
6) Und der beliebteste Klassiker von allen (am Telefon): “Ich hätte da nur eine ganz kurze Frage. Die können Sie mir sicher ganz einfach beantworten…”

Und weil’s grad zum Thema passt, erinnern wir bei der Gelegenheit an unsere Sammlung von Anwaltswitzen und Lawyer Jokes.

 

Die bürgerunfreundlichste Behörden-eMail-Adresse aller Zeiten

Von Michael Gleiten (17.07.2014)
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… dürfte mit 61-Zeichen die zentrale Kontakt-Mailadresse des Londoner-Nachlassgerichts sein. Hier ist sie in voller Pracht und Herrlichkeit: londonpersonalapplicationsenquiries@hmcourts-service.gsi.gov.uk. Typisch schrullig britisch, wie ihr Postleitzahlensystem und die Staatsorganisation generell (siehe den amüsanten beitrag der Kollegen von CCL hier). Übrigens: Hier der Beweis, dass wir uns die Mailadresse nicht ausgedacht haben.

Cool, Rechthaber-Beitrag hat mehr als 45.000 Leser auf Jurablogs

Von Michael Gleiten (10.07.2014)
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Kurz vor dem 6. Geburtstag unseres Blogs RECHTHABER.COM  (gestartet Juli 2008) wollten wir mal wissen, welcher unserer bislang rund 800 Beiträge die meisten Leute interessiert hat. Gerechnet hatten wir mit ein paar Tausend Lesern für den Spitzenreiter. Weit gefehlt: Der absolute Dauerbrenner unter den Rechthaber-Posting hat Stand heute 45.108 Leser bei Jurablogs und heißt: “Einschreiben sind rechtlich wertlos”. Herzlichen Dank! Das motiviert das Autorenteam.

Die aktuellen Top-Rating Beiträge sind:
(1)   “Teure Eltern! – Wer zahlt das Pflegeheim?” (Checkliste Elternunterhalt)
(2)  “Das korrekte Nachlassverzeichnis: Basis für die Pflichtteilsberechnung
(3)  “Enterbt ist halb so schlimm: So macht man den Pflichtteil geltend
(4)   Infos und Mustertexte zu “Generalvollmacht” und Vorsorgevollmacht”
(5)   Fakten zum Erbrecht 2012 mit Muster für Berliner Testament
(6)   Geheime Codes im Arbeitszeugnis? So benotet man Mitarbeiter
(7)   Muster-Treuhandvertrag (Strohmannvereinbarung GmbH-Anteile)

londonpersonalapplicationsenquiries@hmcourts-service.gsi.gov.uk

Von Michael Gleiten (14.03.2014)
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Kein Scherz: Das ist die offizielle e-Mail-Adresse für jeden, der in London einen Erbscheinsantrag stellt (zum Beweis). Quasi der britische Ansatz zum Thema kundenorientierte Verwaltung. Alle eMails gehen an diese zentrale Adresse. Personalisierte e-Mails für individuelle Mitarbeiter? Fehlanzeige. Auch wenn man also die fünfte Mail zu einem konkreten Erbfall schreibt und etwa nur einen Termin verlegen möchte: Geht alles an die zentrale Eingangsmail, worauf man die computergenerierte Standardantwort bekommt, dass es bis zu zehn Tagen dauern kann, bis die eMail gelesen wird. In eiligen Fällen solle man anrufen. Kommt man ausnahmsweise mal telefonisch durch, erklärt einem die freundliche Dame in schönem britischen Englisch, dass das Probate Department derzeit leider extrem überarbeitet ist, weil gerade in den letzten Monaten “awfully many poor old people have passed away”, und zwar – die Begründung wechselt je nach Jahreszeit – entweder wegen des “awfully” strengen Winters oder wegen des “horribly” heißen Sommers. Nach dieser freundlichen Erklärung der Hintergründe zur Mortalitätsrate älterer Menschen im Großraum London empfiehlt die nette Dame dann meistens, doch besser eine e-Mail zu schreiben, weil der Sachbearbeiter die Fakten dann gleich schriftlich vor sich habe. Wie der Sachbearbeiter heißt dürfe sie leider nicht mitteilen. Fazit: Im Fall ist man keinen Millimeter weiter, aber irgendwie war es ein angenehmes Telefonat.

Aber vermutlich wollen die Untertanen Ihrer Majestät das so. Wer ein heterogenes Empire verwalten konnte, den schreckt doch keine komplexe e-Mail-Adresse. Die anglophilen Kollegen von Cross-Channel-Lawyers lassen sich ebenfalls nicht schrecken und kämpfen sich auf ihrem Blog zum deutsch-britischen Recht durch solche und ähnliche Widrigkeiten. Nebenbei haben sie hier weitere Beispiele für den britischen Hang zur Vereinfachung gesammelt. Lustig!

Vom Sein und Schein englischer “Groß”-Kanzleien

Von Michael Gleiten (18.11.2013)
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Wenn Anwälte Marketing betreiben, geht das nicht selten nach hinten los (siehe hier und hier und hier). Nun spricht ja nichts dagegen, sich in positivem Licht darzustellen. Aber die Werbebotschaft sollte möglichst noch irgend etwas mit der Realität zu tun haben. Bei einer gegnerischen Kanzlei aus der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs ist das vielleicht nicht mehr ganz der Fall: In einem internationalen Erbrechtsmandat erhalten wir aus London ein Schreiben auf beeindruckend dickem Briefbogen. Die Ehrfurcht steigt zunächst noch weiter, als wir uns die Website ansehen und dort ein imposantes Glashochhaus abgebildet sehen. Assoziationen von 100 Pfund Büromieten pro Quadratmeter in einem High End Bürokomplex stellen sich ein. Doch was ist das? Google hat noch weitere Fundstellen zur Kanzlei anzubieten, insbesondere auch Streetview von der tatsächlichen Fassade des Kanzleigebäudes (hier). Und die Assoziationen, die sich nun einstellen, sind eher die aus einem Dickens-Roman (Bartleby the Scrivener etc.). Nur am Rande sei erwähnt, dass es in der Kanzlei Allan Jay Payne weder einen Allen, noch einen Jay oder gar einen Payne gibt. Die Kanzlei besteht aus zwei Anwälten und zwei Referendaren (Assistant Solicitors). Und sie liegt so weit nördlich, dass die Underground-Fahrt von Central London zur Kanzlei fast eine Stunde dauert. Nun sind wir nicht mehr ganz sooo beeindruckt. Zwei Tipps an den Webdesigner: Weniger ist manchmal mehr. Mal “Authenzitität der Werbebotschaft” googeln.

Wieder mal eine optisch coole Kanzleiwebsite

Von Michael Gleiten (16.09.2013)
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Click-technische High-Performer unseres Blogs sind Hinweise auf originelle oder weniger gelungene Anwaltswebsites. Ja, schon klar, da ist vieles subjektiv und über Geschmack sollten nicht mal Anwälte streiten. Aber trotzdem: Mit einfachsten Mitteln – eigentlich ist es nur eine online-Visitenkarte – schaffen die Karlsruher Kollegen Arfmann & Berger einen sympathischen Auftritt, der aus der Masse heraussticht und der auf einer einzigen Seite alle für den Mandanten wichtigen Infos transportiert: Ist mir der Mensch sympathisch, welche Fachgebiete bearbeitet er und wo finde ich ihn. Glückwunsch an den Webdesigner. War bestimmt nicht einfach, den Anwälten ihre Marketingtexte wegzustreichen.

Weitere Beiträge zu Anwaltsmarketing
- Die 7 schlimmsten Klischee-Motive auf Kanzleiwebsites
- Anwalt ist stolz auf seinen Spitznamen “Rottweiler”
- Dummdreiste Anwaltswerbung: “Deutschlands bester Anwalt”

So einen super Anwalt wie mich gibt es in ganz Hessen nicht!

Von Bernhard Schmeilzl (26.07.2013)
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Schreibt mir Herr X, von dem ich bis dahin noch nie etwas gehört hatte, am Mittwoch um 21:45 Uhr. Er würde gerade an einem Riesending recherchieren, das es – wenn die Bombe platze – sicher in die 20 Uhr Tagesschau schaffe, weil wohl noch nie jemand so akribisch recherchiert habe wie er, man fürchte ihn allenthalben ob seiner Gründlichkeit und er fände mit Leichtigkeit bald jeden Tag neue Betrüger. Er müsse dringend mit mir sprechen und ich könne ihn jederzeit anrufen, egal wann! [mehr]

Die “Deutsche Anwaltshotline AG” spamt mich an

Von Bernhard Schmeilzl (05.06.2013)
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Gerade erhalte ich eine freundliche Nachricht der Deutschen Anwaltshotline AG (hier: Mail_Anwaltshotline).  Deren Web-Support-Mitarbeiter findet unseren Rechthaber-Blog total super, freut sich über unsere tollen Postings und möchte auf Rechthaber gerne das “neue Tool” der Deutschen Anwaltshotline AG präsentieren, mit dessen Hilfe Website-Betreiber ein “rechtssicheres dynamisches Impressum” erstellen lassen können. Okay. Also wenn mich mein Gefühl nicht täuscht ist das Mail der Anwaltshotline klassischer Spam. Ich sehe eine gewisse ironische Brechung darin, dass ein Unternehmen, das ein “Tool für rechtssichere Impressumserstellung” selbiges Tool mit ziemlich rechtsunsicheren Spam-Mails bewirbt. But, maybe it’s just me…  Nun ja, ich spare mir die Unterlassungsaufforderung an die Anwaltshotline. Und der Herr vom Web-Support hat sein Ziel ja auch – irgendwie – erreicht: Ich habe ja jetzt auf das neue prima Tool hingewiesen.

Pacta sunt servanda, Herr Kollege!

Von Bernhard Schmeilzl (04.06.2013)
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Der österreichische Kollege hat sich gemeldet. Wir sind in den Klärungsprozess eingetreten. Mal sehen…

:-)