Ein Mandant ist mit den Handytarifen von O2 unzufrieden und will den Vertrag kündigen. Damit er einen Sendebericht als Zugangsbeweis hat, schickt er ein Fax. Und zwar an die Fax-Nummer, die in den Vertragsunterlagen steht: Die Nummer des O2-Shop Regensburg, Filiale Schäffnerstraße. Das hoch professionelle Antwortfax des O2-Shop ist hier zu bestaunen: O2_Kundenservice_2011
Kategorie ‘Humorhaber’
Anwalt wirbt mit Slogan: “Kostenlose Ersteinschätzung”
Der geschätzte Kollege Dr. Wachs (alias “Dr-Abmahnung”) wirbt im Internet mit dem Angebot: “Um die Chancen und Risiken einer Verteidigung zu besprechen, biete ich eine kurze, kostenlose Ersteinschätzung an.” Und zwar ziemlich offensiv, mit Videospot und allem drum und dran: www.dr-abmahnung.de/abmahnung-kornmeier-und-partner. Die Kammer findet das wahrscheinlich nicht gut (siehe § 49b I BRAO). Ich selbst halte nichts von Werbeverboten (der Markt regelt das schon selbst), habe also nichts dagegen, dass einer mit “gratis Erstberatung” wirbt. Ich würde es aber nicht machen. Denn: [mehr]
Update zu “Voll krass illegale Rechtsberatung”
Zuerst mal sind wir erstaunt, dass unser Beitrag vom 23. Februar auf Platz 1 der Jurablogs Beiträge der letzten sieben Tage geschossen ist. Da scheint es wohl etliche Geschädigte zu geben. Und zwar nicht nur in Berlin, sondern bis nach Bayern. Zweitens verzeichnen wir – schon wenier erstaunt – dass die dubiose Seite der-recht-haber.com seit dem Wochenende offline ist (es erscheint eine “Under Construction”-Meldung). Offenkundig hat da jemand kalte Füße bekommen. Auf unseren Beitrag vom 23. Februar haben wir zahlreiche e-mails von betroffenen “Kunden” der Protell Media Ltd bzw. des Herrn Ersan Yücedag erhalten, die das Vorgehen noch detaillierter beschreiben. Unter der Adresse Lietzenburgerstrasse 53 in Berlin sind offenkundig mehrere illegal arbeitende Unternehmen tätig. In dem Gebäude befindet sich auch eine Filiale der Mailboxes Etc. Diese Firma selbst ist zwar wohl seriös, solche Dienstleistungsangebote machen es den schwarzen Schafen aber offenbar leicht, sich dahinter zu verstecken. Jedenfalls sind in der Lietzenburgerstraße 53 etliche Gewinnspielfirmen u.a. dubiose Anbieter ansässig, die mit Cold Calling akquirieren. Hier nun zwei besonders aussagekräftige Zuschriften, die wir erhalten haben: [mehr]
Voll krass illegale Rechtsberatung in Berlin
Zuerst hielten wir es für einen Scherz oder einen Streich eines verärgerten Blogger-Kollegen. Aber die Recherche ergab: Die Typen gibt es wirklich. Was war passiert: Bei uns, Rechthaber.com, riefen in den vergangenen Wochen einige Personen aus Berlin an und beschwerten sich über Cold Calling. Es habe sie jemand angerufen, Rechtberatung gegen eine Monatspauschale von 59,90 Euro angeboten und wegen der Details auf die Rechthaber-Website verwiesen. Man solle diese nervigen und unseriösen Anrufe doch bitte unterlassen. Bei Rechthaber.com war sich niemand einer Schuld bewusst. Heute klärte sich die Sache auf. Das tolle “Projekt” verweist nicht auf unseren Blog, sondern auf die Website: www.der-recht-haber.com. Und die ist einen Click wert, da ziemlich ergiebig als Quelle für krasse Verstöße gegen BRAO, Rechtsdienstleistungsgesetz u.a.m. Ein Blick ins Impressum sagt schon viel: [mehr]
RTL-Skandal: Nacktfotos von Dschungelcamp-Bewohnern
Wir machen jetzt mal ‘was für die Quote. Rechthaber.com will nämlich vom ewigen Platz 14 endlich wieder ins Top-10-Ranking bei Jurablogs (wo wir ja auch jahrelang waren, bevor Jurablogs die Ranking-Kriterien umgestellt hat – was übrigens auch ein Skandal ist, aber lassen wir das). Als zivilrechtslastiges Portal, das weder zu Kachelmann bloggen, noch dumme Richter oder zu forsche Staatsanwälte beschimpfen kann, hat man es im Club der Strafrechts-Blogs schwer. Aber ich jammere ja schon fast so weinerlich wie die Heulsuse der Nation Sarah Knappik (Berichte auf: welt; stern). Für diejenigen, die es nicht nur nicht zugeben, sondern IBES-HMHR (vulgo: Dschungelcamp) tatsächlich nicht ansehen: [mehr]
Was sind die Anforderungen an eine Kanzlei-Zweigstelle?
Ein Anwalt in Hinterdorfenhausen hat einen übeschaubaren Kreis potentieller Mandanten. Verlockend daher die Vorstellung, seine anwaltlichen Dienste auch in Berlin, Frankfurt und/oder München anzubieten. Ein Berliner, Frankfurter oder Münchner Mandant beauftragt aber keinen Anwalt mit (einziger) Adresse in Hinterdorfenhausen. Eine echte Niederlassung zu eröffnen, also Büro anmieten, mit Infrastruktur ausstatten und einen Anwalt reinsetzen, ist etwas teuer für die vage Hoffnung, dort Mandanten zu akquirieren. Also: Eine Zweigstelle eröffnen. Seit 2007 ist das erlaubt. Das frühere Zweigstellenverbot für Anwälte wurde aus der BRAO gestrichen. (…) [mehr]
Von Shakespeare bis Hildebrandt: Sentenzen zum Recht
“Zum Denken sind wenige Menschen geneigt, wohl aber alle zum Rechthaben.” – William Shakespeare
“Die Zehn Gebote sind deswegen so kurz und logisch, weil sie ohne Mitwirkung von Juristen zustande gekommen sind.” – Charles de Gaulle
“Das Leben ist ungerecht, aber denke daran: nicht immer zu deinen Ungunsten.” – John F. Kennedy
“Weil der Amtsrichter nicht allein Skat spielen kann, braucht ein Amtsgericht zwei Referendare.” – Theodor Fontane
Als Anwalt käme man damit nicht durch…
… als Richter kann man aber gerne einfach mal Arbeitsbelastung (nicht Überlastung, nein, nur Belastung) als Grund angeben, warum im Verfahren grad mal überhaupt nichts vorangeht. So Richter K… am LG Regensburg in einer liebenswerten Verfügung (hier). Hintergrund: Das Verfahren zieht sich – obwohl nicht sehr komplex – seit Anfang 2009, bald sind es also zwei Jahre. Seit sieben Monaten geht nun gar nichts mehr. Auf höfliche Anfrage beider Parteivertreter bei Gericht dann diese Verfügung, die ja einen gewissen Speilraum für restoptimismus lässt: “Das Gericht ist bemüht, das Verfahren in Kürze fortzusetzen.”
Seit dieser Verfügung vom 8.10.2010 sind übrigens wiederum gute fünf Wochen ins Land gezogen. Nur mal so zum Spaß ein Gedankenspiel: Was würde wohl passieren, wenn ich als Anwalt eine fünfwöchige Fristverlängerung beantrage und “Arbeitsbelastung” anbringe (von den sieben Monaten vorher ganz zu schweigen)?
“BILD mobil” – nur unfähig oder schon böswillig?
Einem Mandanten geschah Übles: Ein Hacker hatte seine Kreditkartendaten ausgespäht. Wohlgemerkt nicht bei ihm, sondern beim Kreditkartenunternehmen. Das steht durch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft fest. Unseren Mandanten trifft also nicht der Hauch eines Eigenverschuldens. Der Hacker ging mit den Kartendaten unseres Mandanten auf Shopping-Tour und schloss unter anderem auch einen Vertrag mit BILD mobil. Irgendwann erhielt unser Mandant die Rechnung. Er ließ die Lastschrift stornieren und informierte “BILD mobil” über den Vorgang. Er schickte Bestätigungen über das Strafermittlungsverfahren gegen den Datenklauer und weitere Nachweise, dass er mit dem Auftrag überhaupt nichts zu tun hatte und ihn auch kein Verschulden am Datenverlust traf. Allein: Bild mobil mahnte. Und mahnte. Und mahnte. (mehr…) [mehr]
Latein-Sprüche für Verhandlung und Schriftsatz
Die Anwaltschaft verkommt. Immer mehr Anwälte drängen auf den Markt (hier) und verdienen immer weniger (hier). Das gesellschaftliche Ansehen der Anwälte sinkt. Höchste Zeit, durch gesteigerten Einsatz lateinischer Sprichwörter und Sentenzen den Mandanten (sowie den möglicherweise bereits dem Proletariat anheim gefallenen Gegneranwalt) durch humanistische Bildung zu beeindrucken. Wer auf die schnelle ein Sprichwort braucht, findet in den alphabetischen Listen von Wikoquote oder des Geschichtsvereins Köngen immer ein passendes römisches Zitat.
