Kategorie ‘Vereins- und Verbandsrecht’

Adressverzeichnis Fussball-Spielervermittler

Von Michael Gleiten (28.04.2011)
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Im schillernden Berufsfeld Fussball-Spielervermittler sind auch etliche Rechtsanwälte tätig. Dies unter anderem deshalb, weil Rechtsanwälte gemäß dem (derzeit noch geltenden) FIFA-Spielervermittler-Reglement (mehr dazu hier) keine Lizenz benötigen. Anwälte werden daher oft von nicht-lizensierten Agenten angesprochen, ob sie denn nicht eine Kooperation eingehen möchten. Solche Kooperationen sind zwar denkbar, meist ist der Streit vorprogrammiert, wer fairerweise welchen Anteil an (vielleicht irgendwann fließenden) Vermittlungsprovisionen erhalten soll. Anwälte sollten sich das also gut überlegen, auch wegen der berufsrechtlichen Implikationen (Maklertätigkeit von Anwälten ist nicht gern gesehen) und den steuerlichen Risiken (Stichwort Gewerbesteuer-Abfärbung auf alle Kanzleiumsätze, vgl. hier). Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, welche Anwaltskollegen (Kolleginnen sucht man dort vergeblich) sich in der Welt der Fussballstars tummeln, sei dieser Beitrag auf der Website des Berufsverbands der Spielervermittler empfohlen. Auf der dort verlinkten Spielervermittler-Liste sind die Rechtsanwälte mit einem roten Stern markiert.

Spielervermittler: Im Tal der rechtlich Ahnungslosen

Von Michael Gleiten (17.12.2010)
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Vorige Woche ging das Portal des Berufsverbands der Spielervermittler und Sportmanager in neuem Gewand online. Seither erschienen dort bereits einige interessante Beiträge zum rechtlichen Rahmen dieser Tätigkeit. So vergessen viele (selbst Anwälte): Spielervermittlung ist eben auch Arbeitsvermittlung, so dass die einschlägigen Sondernormen (SGB III u.a.) gelten. Auch an den Gewerbeschein sollte unser aufstrebender Nachwuchs-Spielervermittler denken. Wen das schillernde Metier der Spielervermittler (neudeutsch: Sports Agents) interessiert: Hier eine kleine Presseschau zum Thema.

FIFA-Spielervermittlerlizenz ist ein Auslaufmodell

Von Bernhard Schmeilzl (13.12.2010)
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Die drei häufigstenFragen an unseren Berufsverband sind: Wie werde ich Fußball-Spielervermittler? Brauche ich wirklich eine FIFA-/DFB-Lizenz? Und: Wie kann ich mich auf die Prüfung vorbereiten? Nun, bekanntlich stehe ich als Vorsitzender des Berufsverbandes der Spielervermittler der FIFA-Lizenz in ihrer derzeitigen Form seit jeher kritisch gegenüber. Die Gründe dafür finden sich in diesem Beitrag „Was dürfen Spielervermittler?“_erschienen in „Leistungssport“, Heft 1, 2004, dessen Kernaussagen trotz zwischenzeitlicher Einführung des Rechtsdienstleistungsgesetzes und anderer kleinerer Veränderungen der Rahmenbedingungen noch immer zutreffen.

Seit Herbst 2010 diskutiert die FIFA nun selbst darüber, diese Lizenz wieder abzuschaffen, um die sich in der Praxis ohnehin kaum einer schert, da nach Schätzungen rund 70 Prozent der Vermittlungen durch unlizensierte Agenten erfolgen. Einige Medien titulierten das Papier deshalb uncharmant als „Bratwurst-Lizenz“. Die Bundesligamanager finden die Abschaffung überwiegend gut (FOCUS_BL_Manager_pro_Abschaffung_Lizenz), die Funktionäre der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung e.V. (DFVV) sind allerdings dagegen (siehe Stellungnahme hier). Wenig verwunderlich: Wer bereits eine Lizenz besitzt, ist natürlich gegen deren Abschaffung.

Wer die Lizenz dennoch erwerben will, etwa weil er sich einen Marketingvorteil davon verspricht, findet die wichtigsten Informationen hierzu auf der DFB-Website unter der Rubrik „Pinnwand / Spielervermittlerlizenz“. Das Spielervermittler-Reglement findet sich zum Download auf der FIFA-Website (deutsche Version / englische Version). Anmeldeschluss zur nächsten Prüfung des DFB ist übrigens der 31. Januar 2011. Weitere

Rechtstelegramm des Deutschen Olympischen Sportbunds

Von Bernhard Schmeilzl (30.08.2010)
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Der DOSB gibt ab sofort vierteljährlich ein Rechtstelegramm zu sport-, vereins- und verbandsrechtlichen Themen heraus, das in PFD-Form an interessierte Abonnenten gemailt wird. Die kostenlose Nullnummer hier zur Ansicht: DOSB_Rechtstelegramm_August_2010.

Rechtsanwalt Bernhard Schmeilzl beschäftigt sich intensiv mit Sport- und Verbandsrecht.

Kündigung eines Personalleiters wegen Annahme eines Fußball-Tickets

Von Bernhard Schmeilzl (03.09.2009)
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Ein Personalleiter hatte von einem Personalvermittlungsunternehmen, das mit seinem Arbeitgeber in Geschäftsverbindung stand, Eintrittskarten für ein Fußballspiel angenommen. Der Arbeitgeber kündigte dem Personalleiter – ohne Abmahnung. Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz fand dies in Ordnung (Urteil LAG Rheinland–Pfalz 9 Sa 572/08 vom 16.1.2009, rechtskräftig).

Begründung: Wer als Arbeitnehmer bei der Ausführung vertraglicher Aufgaben Vorteile entgegennehme, die auch nur geeignet sind, ihn in seinem geschäftlichen Verhalten zu Gunsten Dritter zu beeinflussen, verstoße gegen das so genannte Schmiergeldverbot und handele den Interessen des Arbeitgebers in einer Weise zuwider, die diesen zur ordentlichen Kündigung berechtige. Eine vorherige Abmahnung sei nicht erforderlich. Ebenfalls nicht erforderlich sei, dass es tatsächlich zu einer sachwidrigen Handlung seitens des Arbeitnehmers gekommen ist.

Ausführliche weitere Informationen zum Thema in den Beiträgen:

Einladung in die VIP-Loge: Kommt statt dem Geschäftspartner der Staatsanwalt?

Einladung in die VIP-Loge (Teil 2): Jetzt auch noch das Finanzamt?

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Haftungsprivileg für ehrenamtliche Vereinsvorstände?

Von Bernhard Schmeilzl (22.12.2008)
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Ehrenamtlich tätige Vorstände von Vereinen und Verbänden haften im Falle einer eigenen Pflichtverletzung (Vorsatz oder Fahrlässigkeit) für verursachte Schäden. Im Prinzip nicht anders als der Geschäftsführer einer GmbH. Manchen (naiven) Vereinsvorstand hat in der Vergangenheit insbesondere schon der Groll des Finanzamts oder der Sozialversicherungsträger getroffen. Bis hin zur Haftung mit dem Privatvermögen. Auch das Thema Insolvenzantragspflicht wird von Vereinsvorständen nicht immer ganz ernst genommen (Details hier). In Zeiten sinkender Bereitschaft, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen, sieht der Gesetzgeber diese Haftung als zusätzliche Abschreckung und denkt über eine gesetzliche Haftungsprivilegierung nach. (…)

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Panik bei Sportverbänden: Frist zur Umsetzung des neuen NADA Anti-Doping-Code 2009 läuft ab

Von Bernhard Schmeilzl (12.12.2008)
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Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) setzt gern mal interessante Fristen: Mit Schreiben von gestern, Donnerstag, den 11. Dezember 2008 (hier) richtet er sich an die Geschäftsstellen aller nationalen Sportverbände und verlangt bis Montag, 15. Dezember 2008 (kein Scherz!) eine schriftliche Bestätigung, ob und wie die neuen Anti-Doping-Bestimmungen der NADA verbandsintern umgesetzt wurden. Als Präsidiumsmitglied eines nationalen Sportverbandes hatte ich dieses Schreiben dann ebenfalls in meinem Posteingang. Na da hat man doch – wenn man alles andere liegen lässt – immerhin zwei volle Werktage (Freitag und Montag) Zeit. Für Sportrechtsinteressierte zum Hintergrund: …

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Insolvenzantragspflicht eines Vereinsvorstands

Von Bernhard Schmeilzl (24.11.2008)
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Unsere Kanzlei macht viel Sport-, Vereins- und Verbandsrecht (Beiträge). Die Erfahrung zeigt: Vereins- und Verbandsvorstände nehmen Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung „ihres“ Vereins oft auf die leichte Schulter. Als Anwalt hört man da oft: „Das ist doch bei allen Clubs so“, „im Sport sieht man das nicht so eng“ oder „ich habe die Schulden doch schon vom alten Vorstand übernommen“. Riskante Strategie. Hier die jurististischen Fakten:

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