Das große Kachelmann-Interview: Der Rachfeldzug beginnt

Er hat sich entschieden: In der stramm konservativen schweizer Zeitung „Weltwoche“ kündigt Jörg Kachelmann an, er werde nun „mit schweizer Gründlichkeit“ gegen alle Frauen vorgehen, die über ihn Lügen verbreiten. Und zwar „mit allem, was meinen Anwälten einfällt“. Solche Racheimpulse sind zwar verständlich (wenn man einmal unterstellt, dass er tatsächlich unschuldig ist). Ob sich jemand, der offenbar auch künftig in den Medien tätig sein will, damit aber langfristig einen Gefallen tut? Sympathisch wirkt ein solcher Rache-Engel nicht. Erinnert ein wenig an die Selbst-Kreuzigungs-Aktion von Matthieu Carriere. Sinnvoller wäre mir der „Mir ist sehr übel mitgespielt worden, aber ich bleibe der humorvolle Jörg Kachelmann“- Ansatz erschienen. Aber er wird die Strategie schon mit seinem „Medienanwalt“ Ralf Höcker abgestimmt haben (ja, das ist derselbe, der früher mit seinen drei „Lexika zu populären Rechtsirrtümern“ plus komplementären Vorträgen durch’s Land getingelt ist). Hier das  vollständige Interview

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Ein Kommentar zu “Das große Kachelmann-Interview: Der Rachfeldzug beginnt”

  1. Weshalb eigentlich sollte Kachelmann schweigen, nachdem viele Monate alles über ihn ausgebreitet wurde? Ich denke, dass man es sich da zu einfach macht: Jeder kann über ihn sagen, was er will – aber wenn er sich nunmehr zu Wort meldet, ist es zu viel? Merkwürdig.
    Was würde denn Schweigen nutzen? Wahrscheinlich würde man dann wieder über ihn reden, so nach dem Motto, er verziehe sich schamvoll. Weshalb sollte man das tun? Und was hat das z. B. Herrn Türck genutzt? Gar nichts.
    Da hätte man sich vorher in der Presse Gedanken über die Sympathiepunkte von Herrn Kachelmann Gedanken machen sollen. Jetzt, mit seiner ersten Äußerung davon anzufangen, ist verfehlt.
    Und über den Satz „wenn man einmal unterstellt, dass er tatsächlich unschuldig ist“ auf einer juristischen Seite staune ich doch sehr. Seit wann muss man Unschuld beweisen? Was ist mit der Unschuldsvermutung? Freigesprochen ja, aber was soll’s, man zweifelt weiter. Auf der Grundlage welchen Beweises denn? Ich finde das skandalös. Er ist freigesprochen und damit unschuldig. Da hat die Boulevardpresse offenbar gute Arbeit geleistet, wenn sogar Juristen Unschuldsbeweise wollen. Genau wie der Herr Oltrogge. Da war doch mal was mit der Nullhypothese des BGH 1999?! Da hat er wahrscheinlich in der Vorlesung gefehlt…

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