Neues Portal zum europäischen Erbrecht: www.Successions.eu

Gilt ein handschriftliches Testament in Frankreich, Irland, Spanien? Wer wird in Dänemark gesetzlicher Erbe, wenn ein Testament fehlt, und mit welcher Erbquote? Verlässliche Antworten auf all diese Fragen sind ab sofort mit drei Clicks kostenlos im Internet verfügbar. Dank einer Initiative europäischer Notare und der EU Kommission.Die zunehmende Europäisierung führt zu immer neuen Rechtsfragen in allen Lebensbereichen. Immer öfter werden Bürger – und Anwälte – mit ihnen unbekannten Themenkreisen konfrontiert. Brüssel bemüht sich redlich, Lösungen an die Hand zu geben: Aktuell haben die europäischen Notare in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommision eine Website Successions.eu zur Information über die verschiedenen Erbrechtsordnungen der Mitgliedsstaaten sowie Kroatiens aufgelegt. Die Internet-Plattform soll erste Informationen über grundlegende Fragen des grenzüberschreitenden Erbrechtsfalls geben, also Antworten auf die Fragen: „Welches Erbrecht ist anwendbar?” oder „Wann und wie wird man im jeweiligen Land Erbe?”. Angesichts der Komplexität des Themas eine wichtiger Schritt. Das Portal bietet dem Erbrechtsanwalt bei internationalen Mandaten den idealen Einstieg für 26 Mitgliedsstaaten (Dänemark wird leider nicht behandelt) und Kroatien. Schließlich handelt es sich um 27 Rechtsordnungen mit teilweise grundverschiedenen erbrechtlichen Systemen. Mit der an sich vorgeschalteten Frage nach dem im konkreten Fall heranzuziehenden Rechtsordnung beschäftigt sich eine geplante neue EU-Verordnung (Informationen hier), die voraussichtlich nächstes Jahr in Kraft treten wird.

Rechtsanwalt Bernhard Schmeilzl ist ein im Erbrecht erfahrener Partner der Kanzlei Graf & Partner. Weitere Informationen zu Testament, gesetzliche Erbfolge und Pflichtteil hier:

Mustertext Ehegattentestament
Broschüre “Fakten zum Erbrecht”
Testierunfähigkeit wegen Demenz
Geltendmachung des Pflichtteils

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3 Kommentare zu “Neues Portal zum europäischen Erbrecht: www.Successions.eu”

  1. […] und Erbrecht: Mustertext Ehegattentestament Broschüre “Fakten zum Erbrecht” Portal zum europäischen Erbrecht Testierunfähigkeit wegen Demenz Geltendmachung des […]

  2. […] Nicht selten hat ein deutscher Mandant ein Ferienhaus in Spanien oder er wird von seiner Firma für längere Zeit ins europäische Ausland geschickt, hat also seinen Wohnsitz rechtlich gesehen in Rotterdam, London oder Wien. Bittet ein solcher Mandant um Beratung für seine Testamentsgestaltung, läuten beim Anwalt (hoffentlich) sofort Alarmglocken. Denn es drohen etliche Haftungsfallen. Als Stichworte sollen genügen: unterschiedliche Formalanforderungen an ein Testament, verschiedene Regeln zum Pflichtteilsrecht, Nachlassspaltung, verschiedene Steuersätze, unterschiedliche Freibeträge, (fehlende Abkommen zur) Doppelbesteuerung etc. Hinzu kommt, dass die anwaltliche Haftpflichtversicherung für Schäden wegen falscher Beratung im ausländischen Recht nicht aufkommt. Es kann also erforderlich werden, dass der Mandant mehrere letztwillige Verfügungen für verschiedene Länder erstellen muss, die aber natürlich aufeinander abgestimmt werden müssen. Man sollte daher in solchen Fällen entweder mit einem Anwalt aus der betroffenen Rechtsordnung zusammenarbeiten oder sich extrem gut in die fremde Materie einarbeiten. Einen ersten Einstieg in die Basics des Erbrechts aller EU-Staaten  bietet das Info-Portal “Successions in Europe”, ein gemeinsames Projekt der Europäischen Union und der Berufsverbände der europäischen Notare. Weitere Informationen hier. […]

  3. […] Hat also ein deutscher Staatsbürger Immobilien in England oder lebt er dort, so ist es sinnvoll, mehrere letztwillige Verfügungen für die beiden Länder zu erstellen, die aber natürlich aufeinander abgestimmt werden müssen. Man sollte daher in solchen Fällen entweder mit einem Anwalt aus der betroffenen Rechtsordnung zusammenarbeiten oder sich extrem gut in die fremde Materie einarbeiten. Einen ersten Einstieg in die Basics des Erbrechts aller EU-Staaten  bietet das Info-Portal “Successions in Europe”, ein gemeinsames Projekt der Europäischen Union und der Berufsverbände der europäischen Notare. Weitere Informationen hier. […]

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