Prädikatsanwalt gegen Vereinigung der Prädikatsanwälte

Als Regensburger (!) Rechtsanwalt mit bayerischer (!) Zulassung (!) muss ich den Kollegen Melchior im Hinblick auf seine Annahme korrigieren, ein Prädikatsanwalt sei in Bayern leichter zu finden als andernorts (hier). Lassen wir einmal die Tatsache beiseite, dass die bayerischen Examina viiiiiieeeel schwerer sind, als Examina irgendwo sonst (weshalb der Vorsitzende der Prädikatsanwältevereinigung wohl für Bayern die 6,5-Grenze für angemessen erachtet). …

Die Wahrheit ist: In Bayern darf man sich nur als Prädikatsjurist bezeichnen, wenn man das GROSSE Prädikat hat, das kleine Prädikat (ab 6,5 P.) muss schamhaft verschwiegen werden. Und unter 6,5 Punkten wird man vom Justizprüfungsamt der Landesgrenzen verwiesen (d.h. man geht nach Bremen und wird Notar)

:-)

PS: Eine Ausnahme gilt für Dr. Edmund Stoiber. Der wurde bereits mit Examen um die 9 Punkte stets als Einserjurist tituliert (siehe taz). Wohl ein Ministerpräsidenten-Upgrade.

PPS: Die Bescheidenheit gebietet mir, über meine zahlreichen Prädikate vornehm zu schweigen (bayerische! große! und dann noch ein englisches!!)

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2 Kommentare zu “Prädikatsanwalt gegen Vereinigung der Prädikatsanwälte”

  1. […] zu alt (finanziell satt und zu viele Reformen verpennt), also am besten so um die 40 Jahre. Zwei Prädikatsexamen (bevorzugt bayerische). Zusätzlich einen ergänzenden ausländischen Abschluss (bevorzugt einen englischen). […]

  2. Danke für den amüsanten Beitrag… ich konnte „gerade noch“ davon absehen, mich bei den Prädikatsanwälten registrieren zu lassen. Die Voraussetzungen liegen zwar vor, aber man hat ja auch seinen Stolz 😉 und manche Dinge sind einfach zu peinlich. Vom Standesrecht mal abgesehen.

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