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DHL hat soeben Originaltestament verschlampt!

Von Michael Gleiten (26.06.2013)
Ein Kommentar

Wenn man beim Versand auf Nummer Sicher gehen will, dann beauftragt man einen Kurierdienst, richtig? Falsch. Jedenfalls sollte man nicht DHL wählen. Unsere Londoner Kollegen verschickten am Freitag per DHL ein Originaltestament an uns. Natürlich als DHL Express mit Fristzustellung „on Tuesday, 25 June 2013 before 12.00 hrs“. Für 65 englische Pfund, also knapp 80 Euro. Stattlicher Preis für 10 Seiten, aber man kann sich wenigstens beruhigt zurück lehnen. Denn auf der Website der DHL wird einem versichert: „Sie suchen einen zuverlässigen Kurierdienst? DHL Express Kurierdienst – wir sorgen dafür, dass Ihre eiligen Sendungen rund um die Welt in allen fünf Kontinenten schnell und pünktlich ankommen.“

Nun, als es gestern 15 Uhr wurde, fragten wir mal telefonisch nach, was aus dem „before 12:00 hrs“ geworden ist. Der Herr am Telefon war zwar nett, wusste aber gar nichts. Eine Stunde später wusste er wenigstens: „Wir haben zwischenzeitlich versucht, den Fahrer zu kontaktieren, der meldet sich aber nicht.“ Aha. Heute Vormittag war der Kenntnisstand der DHL zum Verbleib des Umschlags identisch. Heute um 13 Uhr dann die entwaffnend ehrliche Aussage der DHL: „Tut uns leid, der Umschlag ist weg. Wir haben keine Ahnung wo.“

Prima, war ja nur ein Originaltestament. Und es geht ja auch nur um die Echtheit der Unterschrift. Weshalb der „Vorschlag“ der DHL wenig nützt, wir sollen doch bitte den Absender um erneute Übersendung bitten. Dann schauen wir jetzt mal, was das Nachlassgericht und die Erben zu dem Thema DHL Express Kurierdienst sagen…

Jetzt hab ich’s schriftlich von DHL: Sigourni entschuldigt sich bei mir!

Von Michael Gleiten (27.06.2013)
Kommentare deaktiviert für Jetzt hab ich’s schriftlich von DHL: Sigourni entschuldigt sich bei mir!

Nein, leider nicht Sigourney Weaver. Die hätte das Paket (Hintergrund für Nichteingeweihte hier) sicher – auch neben der Bekämpfung schleimiger Aliens – doch noch gefunden. Die Sigourni mit „i“ versichert mir dagegen nur, dies allerdings im schönsten Oxford-English und mit Queen-Elisabeth-Wappen (DHL_UK), her sincere regret on behalf of DHL.  Bei der Formulierung von Entschuldigungsschreiben kann sich die Deutsche Post jedenfalls ein Scheibchen abschneiden: „Unfortunately, despite extensive searches being carried out [man sieht förmlich die britischen DHL-Mitarbeiter jeden Winkel aller Lieferfahrzeuge durchsuchen] we have been unable to ascertain the whereabouts of the shipment. Consequently, I regret that we have had no option but to declare this consignment lost in transit.“ Da staunt der deutsche Kurierdienstnutzer: „Lost in transit“. Da schwingt ein Hauch Scarlett Johansson mit, aber auch ein wenig David Lynch. Jedenfalls klingt es eindeutig nach Mystik und höheren Mächten. Nicht nach banalem Verschlampen von Unterlagen durch einen gehetzten und vermutlich unterbezahlten DHL-Fahrer. Zum Vergleich: Die Münchner Version hätte eher so geklungen: „Mei, mia finden eahna Packl nimma. Do kenna mia etz oba a nix mea macha. Tuat uns leid.“ Dann lieber the British way: Bei uns funktioniert zwar nichts, dafür haben wir vollendete Umgangsformen. Have a lovely day everyone!