Kategorie ‘Humorhaber’

Vorsicht beim Hauskauf Pürkelgutweg Regensburg

Von Bernhard Schmeilzl (03.07.2020)
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Aktuell wird im Regensburger Osten eine Immobilie mit dubioser Historie angeboten

Bereits im Januar 2018 habe ich in diesem Beitrag hier darüber berichtet, dass die Nachbarn des Objekts Pürkelgutweg 18 in Regensburg wenig begeistert sind über die Rotlicht-Aktivitäten, die unter dieser Adresse stattfanden. Offiziell wurde der Prostitutionsbetrieb bald darauf eingestellt, jedoch finden sich im Internet in diversen „Foren“ auch noch bis zum Februar 2020 (!) Einträge von „Freiern“, in denen sie darüber berichten, wie zufrieden sie mit den Dienstleistungen der Damen im Pürkelgutweg 18 waren und sich fragen, wo diese wohl jetzt arbeiten. Es steht daher zu befürchten, dass irgendwann (nach Corona) der Betrieb dort wieder aufgenommen wird, mehr oder weniger offiziell.

Warum schreibe ich dazu heute etwas: Weil offenbar das Hinterhaus der Nr. 18, also das Haus Pürkelgutweg 18b derzeit (Sommer 2020) in Regensburg zum Verkauf angeboten wird. Nach unseren Informationen gleich über drei Makler gleichzeitig. Aus guter Quelle wissen wir, dass der Eigentümer des Pürkelgutweg 18b den Kaufinteressenten die langjährige Historie des Vorderhauses als Prostitutionsimmobilie („Das grüne Haus“) schlicht verschweigt, ja die Kaufinteressenten zum Teil glatt belügt und die Adresse als „ausgesprochen kinderfreundlich“ anpreist.

Wie uns berichtet wurde, hat dem Eigentümer des Pürkelgutweg 18b (Hinterhaus) früher wohl noch das Gesamtgrundstück (also 18 und 18b) gehört. Jedenfalls ist es absoluter Unsinn, wenn der Eigentümer der Nr. 18b den Kaufinteressenten erzählt, er wisse nichts über den Eigentümer der Nr. 18.

Nur durch Zufall erfuhr ein Kaufinteressent vor wenigen Tagen von der Prostitutions-Problematik im Vorderhaus und nahm natürlich sofort vom Kauf Abstand. Der Käufer fand die Aussicht nicht berauschend, dass jeder, der künftig die Adresse seines neu erworbenen Hauses googelt (Freunde, Arbeitgeber!), mehrere Zeitungsartikel zum Thema „Termin-Wohnungen“ und Prostitution findet. Etwa diese hier:

Focus:

https://www.focus.de/regional/regensburg/prostitution-in-regensburg-anwohner-und-csu-stadtraetin-wollen-kein-bordell-in-der-domstadt_id_8696890.html

Wochenblatt: https://www.wochenblatt.de/boulevard/regensburg/artikel/233420/im-puerkelgutweg-soll-es-heiss-her-gehen-leichte-maedchen-stoeren-anwohner-in-regensburg#gallery&0&0&233420

Regensburg Digital

Bericht vom November 2019. Siehe insbesondere den letzten Absatz zur Situation im Pürkelgutweg Regensburg

Besonders informativ ist der Beitrag im Magazin Regensburg Digital, dort vor allem der letzte Abschnitt. Darin berichtet eine Kennerin der Szene, wie Hauseigentümer den ausländischen Damen dabei helfen, sich im deutschen Behördendschungel zurecht zu finden, die Hauseigentümer also für die Frauen Behördengänge erledigen und Anträge stellen (etwa auf Wohngeld, Kindergeld usw.). Die Kommunen sollten hier genauer hinsehen.

Also: Vorsicht beim Hauskauf im Pürkelgutweg! Diese Adresse ist, sagen wir mal, schwierig.

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Die 2003 gegründete Kanzlei Graf & Partner ist mit ihrer englischspachigen Prozessabteilung (GP Chambers) auf deutsches Wirtschaftsrecht und grenzüberschreitende Rechtsfälle spezialisiert, insbesondere auf deutsch-britische und deutsch-amerikanische Wirtschaftsstreitigkeiten. Ansprechpartner ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070.

Besuchen Sie uns auch auf unserem YouTube Kanal

https://www.youtube.com/channel/UC8YYGw3B8hnJt_WFyjpENcQ?

7 Sätze, die Rechtsanwälte hassen!

Von Bernhard Schmeilzl (30.06.2020)
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Das sollten Sie als Mandant besser nicht sagen

Gute Anwälte haben viel zu tun. Nach etlichen Berufsjahren haben sie meist auch schon so gut verdient, dass sie nicht mehr auf jedes Mandant angewiesen sind. Je erfahrener und qualifizierter ein Rechtsanwalt also ist, desto wählerischer wird er oder sie.

Mandanten, die von Beginn an den Eindruck erwecken, dass es mit ihnen anstrengend oder sogar haftungsträchtig werden könnte, sortieren solche Anwälte daher oft aus.

Woran erkennt man schwierige Mandanten?

Besonders unbeliebt sind bei Rechtsanwälten diese sieben Sätze, die ich in diesem Video einmal zusammengefasst habe.

Weitere Videos zum Anwaltsrecht, zur Zivilprozessordnung und zu Prozesskosten auf unserem Graf|Partner Jura Channel auf Youtube https://www.youtube.com/channel/UC8YYGw3B8hnJt_WFyjpENcQ/videos

Domain „KRYPTOANWALT“ wegen Zwillingen günstig abzugeben

Von Bernhard Schmeilzl (20.04.2018)
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Ein befreundeter Anwaltskollege plante einen Blog zu den Themen Kryptowährung, Blockchain etc. Dann wurde seine Freundin mit Zwillingen schwanger. Jetzt stehen bei ihm eher andere Themen im Vordergrund als der Aufbau eines Kryptowährung-Blockchain-Blogs. Wenn sich daher jemand auf diesem Rechtsgebiet als Experte profilieren möchte, kann er oder sie die Domains

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für einen überschaubaren Obolus erwerben (ob in Crypto Currency oder in Fiat Währung muss noch vereinbart werden). Bei Interesse bitte Graf & Partner kontaktieren 0941 – 463 7070.

Gesunder Menschenverstand? Nicht die Stärke der Kreissparkasse B.

Von Bernhard Schmeilzl (22.01.2018)
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Oder: Gar nicht so einfach, 330.000 Euro ans Finanzamt loszuwerden

Wir sind auf deutsch-englisches Erbrecht spezialisiert und bearbeiten internationale Erbschaftsteuerfälle. Aktuell vertreten wir eine Britin, die von ihrer unverheirateten und kinderlosen deutschen Freundin insgesamt knapp eine Million Euro erhalten hat, teilweise als lebzeitige Schenkung, teils als Erbe. Ja, solche Fälle gibt es ab und zu tatsächlich (meist sind solche Stories aber Betrugsversuche: hier).

Wir erstellen also für unsere englische Mandantin die Schenkungs- und Erbschaftsteuererklärung und erhalten einige Monate später die Steuerbescheide: ca. 80.000 Euro entfallen auf Erbschaftsteuer, der Rest ist Schenkungssteuer. Da die deutsche Erblasserin zur Zeit ihres Todes noch ein Bankkonto bei der Kreissparkasse B. im Ländle (Baden-Württemberg) unterhielt, auf dem knapp 300.000 Euro lagen, liegt es nahe, den Löwenanteil der Steuern direkt von dort zu bezahlen, nicht aus England. Wir legen also der Kreissparkasse B den Erbschein sowie eine Vollmacht vor und weisen sie – damals noch ganz naiv – im Auftrag der Mandantin an, das gesamte Guthaben ans Finanzamt Reutlingen zu überweisen.

Die verblüffende Antwort der Sparkassenmitarbeiterin: „Wir dürfen nur ans Finanzamt überweisen, nachdem dieses eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt hat.“ Diese Auskunft war natürlich verbunden mit der Standardaussage jedes Bankers: „Sonst haften wir!“

Ohhhkay?!

Mein Versuch, mit der Sparkasslerin zu diskutieren, wem gegenüber die Sparkasse in dieser Konstellation denn eigentlich haften könnte, wenn die Alleinerbin die Bank ausdrücklich zur Überweisung anweist und der Empfänger das deutsche Finanzamt ist, war natürlich von vornherein zum Scheitern verurteilt. Auf eine inhaltliche Diskussion ließ sich dort niemand ein. Gesunder Menschenverstand ist bei der KSK offensichtlich keine zulässige Kategorie. „Nein“, so erfuhr ich, „eine Überweisung ist nur möglich, nachdem das Finanzamt die Zahlung freigegeben hat. Das steht auch ausdrücklich so in den Vorgaben unseres Sparkassenverbands.“

Na dann.

Wenn’s in den Verbandsempfehlungen steht, dann muss man natürlich jedes logische Argument fahren lassen. Also: Anruf beim Finanzbeamten, den wir dann auch schon beim achten Versuch tatsächlich erreichen. Der hört das „Problem“ zum ersten Mal und lacht erstmal schallend. Sein Mantra: „An das Finanzamt darf man natürlich immer überweisen, auch ohne Unbedenklichkeitsbescheinigung.“ Das hilft mir aber nichts, weil es die KSK nicht macht. Er erklärt sich bereit, bei der KSK anzurufen, was er auch tut. Bringt aber auch nicht viel. Trotz Bestätigung direkt vom Finanzamt weigert sich die KSK, die Steuern zu überweisen. Das Finanzamt seinerseits erteilt keine Unbedenklichkeitsbescheinigung, bevor nicht wenigstens die Erbschaftsteuern bezahlt sind, eigentlich sogar auch die Schenkungsteuer.

Nach mehreren weiteren Diskussionsschleifen erklärt sich die Kreissparkasse bereit, ganz „ausnahmsweise“ wenigstens die Erbschaftsteuer vom Erblasserkonto direkt ans Finanzamt zu überweisen. Die Schenkungsteuer aber nicht. Für die besteht die Sparkasse nach wie vor darauf, dass das Finanzamt vorher die Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellt. Der Finanzbeamte hält das zwar nach wie vor für Mumpitz, hat sich aber bereit erklärt, diese an die KSK zu schicken, sobald die Erbschaftsteuer bezaht ist. Wir werden sehen…

Weitere Informationen zu Testamentsgestaltung und Erbrecht:

Enterbt ist halb so schlimm: So macht man den Pflichtteil geltend (Muster-Anspruchsschreiben)
Checkliste Nachlassverzeichnis: Korrekte Berechnung des Pflichtteilsanspruchs
Wenn schon enterben, dann aber richtig
Die Entziehung des Pflichtteils: wichtige Urteile
Wozu ein Testamentsvollstrecker
Albtraum des Erbrechtlers: Das Niederstwertprinzip
Was kostet ein Testamentsvollstrecker?
Aushebeln des Pflichtteils durch Darlehen des späteren Erben?
Wenn Erben mauern: Ab wann verzinst sich der Pflichtteil?
Broschüre “Fakten zum Erbrecht”
Testierunfähigkeit wegen Demenz
Wie geht ein Berliner Testament (Mustertext)
Kann man seinen Arzt zum Erben einsetzen?
Info-Broschüre “Fakten zum Erbrecht”
Nachteile des Berliner Testaments

Informationen zum internationalen Erbrecht, speziell zu Erbrecht, Nachlassabwicklung und Erbschaftsteuer in Deutschland, Österreich, der Schweiz, UK, USA und anderen Ländern finden Sie hier:

Die 2003 gegründete Anwaltskanzlei Graf & Partner ist spezialisiert auf die Beratung bei deutschen Erbfällen mit Bezug zu Österreich, der Schweiz sowie zu  anglo-amerikanischen Jurisdiktionen (England, Schottland, USA, Kanada, Australien und Südafrika), also speziell die Abwicklung deutsch-österreichischer und deutsch-schweizer Nachlassangelegenheiten sowie deutsch-britischer, deutsch-amerikanischer und und deutsch-kanadischer Erbfälle. Wer sich mit der Abwicklung einer komplizierten internationalen Nachlassangelegenheit konfrontiert sieht, muss nicht verzweifeln. Die Anwälte für internationales Erbrecht haben lange Jahre praktische Erfahrung und unterstützen die Erben, Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter gerne. Wir prüfen und strukturieren den Erbfall und dessen steuerlichen Auswirkungen, organisieren die in den jeweiligen Ländern nötigen Maßnahmen, nehmen auf Wunsch Kontakt zu den Erbrechtsexperten im jeweiligen Ausland auf (von USA und England über Südafrika bis Australien), und koordinieren die Nachlassabwicklung. Dies vermeidet Doppelarbeit und beschleunigt den Zugriff auf das ausländische Erbe.

Falls Sie bei einem konkreten Erbfall rechtliche Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die deutschen Anwälte der Kanzlei Graf & Partner sowie deren Partneranwälte in Österreich, der Schweiz, England, Schottland und Irland gerne zur Verfügung. Ihre Ansprechpartner sind Rechtsanwältin Katrin Groll und Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), zentrale Rufnummer: 0941 463 7070

Vor dem Hauskauf bitte Erotikportale googeln!

Von Bernhard Schmeilzl (12.01.2018)
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Daran denkt eine junge Familie, die ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung erwerben will, wohl eher selten. Dennoch empfiehlt es sich für einen Immobilienkäufer, vor dem Notartermin zur Sicherheit die lokalen Sexportale darauf hin zu durchforsten, unter welchen Adressen an diesem Ort Prostituierte inserieren. Denn es kam in unserer Kanzlei in den vergangenen Jahren mehrfach vor (sowohl in München wie in Regensburg), dass unsere Mandanten als Käufer einer schönen neuen Immobilie kurz nach dem Einzug feststellen mussten, dass in unmittelbarerer Nachbarschaft sogenannte Terminwohnungen betrieben werden, dort also Prostituierte ihre Dienste anbieten. Mit allen Begleiterscheinungen, die das so mit sich bringt: rot erleuchtete Fenster, betrunkene Freier, feixende Jugendliche u.a.m. Das darf man dann täglich vom Küchenfenster oder vom Balkon aus mitverfolgen und beim Sonntagskaffee der Schwiegermutter erklären.

Besonders bitter ist das zum Beispiel im malerischen Neubaugebiet Candis Areal in Regensburg (Promo Video hier). Dort wurden schöne Familienhäuser und Eigentumswohnungen errichtet und – wegen der immensen Nachfrage in Regensburg – auch problemlos verkauft. Unglücklicherweise grenzt an eine Seite des neuen Wohngebiets die Straße Pürkelgutweg, wohl ein Mischgebiet, in dem zwar keine Bordelle, unter gewissen Einschränkungen aber Sexwohnungen zulässig sein können. Dort werden im Haus Nummer 18 auf drei Etagen mehrere Terminwohnungen betrieben. Die Anschrift ist kein Geheimnis, da in einschlägigen Erotikportalen und Sexforen aggressiv beworben, unter den wenig originellen Namen Wild, Sommer und Winter, wobei die unter Wild firmierenden Damen sowohl im EG als auch im 2. OG anzutreffen ist. Sportlich!

Unser Mandat und seine Gattin haben daher nun das zweifelhafte Vergnügen, in direkter Sichtlinie von ihrem Balkon aus den Eingang der Bedürfnisanstalt beobachten zu dürfen (bzw. zu müssen). Die Freizeitgestaltung in ihrer neuen Immobilie hatten sie sich eigentlich anders vorgestellt, idyllischer irgendwie. Das Rotlichtambiente dürfte im Fall eines späteren Verkaufs auch nicht unbedingt wertsteigernd sein. Und natürlich spricht sich die Nutzung der Immobilie Pürkelgutweg 18 in Regensburg auch unter den dort wohnenden Schulkindern herum, was zu Diskussionen über Themen führt, die die Eltern unter Umständen gerne noch ein paar Jahre verschoben hätten.

Wer nun meint, dass die Wahrscheinlichkeit doch wohl extrem gering sei, sich in unmittelbarer Nachbarschaft einer sogenannten Modellwohnung wiederzufinden, der ist vielleicht etwas naiv, was die, nun ja, nackten Zahlen des Prostitutionsgewerbes angeht: In einer überschaubar großen Stadt wie Regensburg mit 160.000 Einwohnern gibt es laut Medienberichten gut 170 Prostituierte und 80 (!) Modellwohnungen. In München dürfte es das Zehnfache sein. So abwegig ist es also gar nicht, dass es aus einem Fenster in seiner eigenen Straße rot leuchtet. Die Anmeldepflicht für Prostituierte sowie für Betreiber einer Terminwohlung zum 31.12.2017 mag die Zahlen – zumindest vorübergehend – etwas reduzieren, aber solange hier gutes Geld verdient wird, dürfte die Größenordnung ungefähr gleich bleiben.

Einer unserer Mandanten erwägt nun eine Bürgerinitiative gegen Prostitution in unmittelbarer Nähe zum reinen Wohngebiet, in dem überwiegend junge Familien leben. Wir sind zwar keine Experten im Prostitutionsrecht und wollen es auch nicht werden. Nach sehr kursorischer Recherche dürften nach Auffassung der meisten Gerichte Terminwohnungen aber auch in Mischgebieten unzulässig sein (in reinen Wohngebieten ohnehin), wenn es sich um einen bordellähnlichen Betrieb handelt. Bei mehreren Escort-Wohnungen auf allen drei Etagen eines Hauses und „wöchentlich wechselnden Modellen“ (siehe Anzeige) spricht da einiges dafür. Nun, wir werden sehen wie kulant die bayerischen Ordnungsbehörden heutzutage bei diesem Thema sind.

Fazit und Praxistipp für angehende Eigenheimbesitzer: Zur Sicherheit vor dem Immobilienkauf die eigene künftige Adresse sowie alle angrenzenden Straßen auf den lokalen Sexportalen suchen und diese Straßen in Kombination mit Terminwohnung, Escort oder sonstigen einschlägigen Begriffen googeln. Danach weiß man mehr. In vielerlei Hinsicht.

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Die 2003 gegründete Kanzlei Graf & Partner ist mit ihrer englischspachigen Prozessabteilung (GP Chambers) auf deutsches Wirtschaftsrecht und grenzüberschreitende Rechtsfälle spezialisiert, insbesondere auf deutsch-britische und deutsch-amerikanische Wirtschaftsstreitigkeiten. Ansprechpartner ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070.

Der Mandant überweist 9.000 Euro ins Nirvana …

Von Bernhard Schmeilzl (28.09.2017)
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… aber wir sind jetzt die frechen Anwälte, weil wir einen Honorarvorschuss verlangen.

Ein potentieller Neumandant frägt per eMail an: Er habe 9.000 Euro an Coinbase nach England überwiesen, dann habe es bei denen aber wohl technische Probleme gegeben. Die hätten zugesichert, den Betrag zurück zu überweisen, seit drei Monaten sei aber nix passiert und er hätte nun doch ganz gern sein Geld zurück.

Mir schwant nichts Gutes. Aber antworten müssen wir dem Anfrager ja. Also teilen wir unseren Stundensatz mit und bitten um Honorarvorschuss. Mandant ruft an: Das Honorar sei ja prinzipiell schon in Ordnung, aber das müsse ja wohl Coinbase übernehmen und überhaupt sei das alles schrecklich ungerecht, dass er jetzt dafür zahlen solle, bloss weil er sein Geld zurück haben will. Ich denke an meinen Zivilrechtsprofessor Dr. Reinhard Zimmermann und dessen Lieblingsspruch: „Wo du dein Vertrauen gelassen hast, dort sollst du es suchen.“ Der Mandant versteht nicht, was ich damit meine. Den zweiten Spruch, der mir auf der Zunge liegt („Geld ist nie weg, es gehört nur jemand anderem“), verkneife ich mir.

Ich gehe auf die Website www.coinbase.com und schildere dem Mandanten am Telefon, dass Coinbase auf der Website keinerlei Impressum hat und schon auf den ersten Blick gegen gefühlte 27 Vorschriften des Fernabsatz- und Handelsrecht verstößt. Ich kann der Website weder die Rechtsform, noch den Sitz, noch eine Postadresse, noch irgendeinen natürlichen Menschen (Geschäftsführer oder so), noch eine Telefonnummer entnehmen, ja noch nicht einmal eine eMail-Adresse. Es gibt nur (wenn man oft genug klickt) ein Online-Eingabeformular. Ich kann also noch nicht einmal ein Mahnschreiben mailen, geschweige denn faxen oder per Post zuschicken. Der Mandant hat natürlich auch keinen Vertrag mit brauchbaren Kontaktdaten. Gar nichts!

Da hilft mir auch die steile Coinbase-These nicht weiter, dass 10,6 Millionen User Coinbase vertrauen würden (siehe rechte Spalte des Screen Shot).

Coinbase

Basierend auf dieser Erstanalyse (20 Minuten unbezahlter Anwaltszeit sind verstrichen) artikuliere ich gegenüber dem potentiellen Mandanten milde Zweifel daran, dass Coinbase unser Anwaltshonorar freiwilig zahlen wird. Das regt nun tatsächlich einen gewissen Verständnisprozess beim Mandanten an. Er glaubt nun auch nicht, dass die unser Anwaltshonorar zahlen werden. Er will aber auch nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Deshalb sind wir so verblieben, dass er es nun erst mal weiterhin selbst versucht.

Fazit: Immer wieder erstaunlich, auf welcher Grundlage Menschen bereit sind, erkleckliche Beträge irgendwohin ins Ausland zu transferieren, nur weil eine gut gemachte Website im Internet steht. Ein vergleichbarer Fall war unlängst „Medi 24“ (hier). Und natürlich der Dauerbrenner Erbschafts-Betrugsmasche hier und  im Beitrag „Schutz vor Betrugsmasche Erbschaft aus England“ hier und im Beitrag „Nein, man erbt nicht einige Millionen von jemanden, den man kaum kannte!“ .

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Die 2003 gegründete Kanzlei Graf & Partner ist mit ihrer englischspachigen Prozessabteilung (GP Chambers) auf grenzüberschreitende Rechtsfälle spezialisiert, insbesondere auf deutsch-britische und deutsch-amerikanische Wirtschaftsstreitigkeiten, Scheidungen und internationale Erbfälle. Falls Sie bei einer anglo-amerikanischen Rechtsangelegenheit Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die Anwälte der Kanzlei Graf & Partner mit ihrem internationalen Netzwerk juristischer Experten gerne zur Verfügung. In den meisten großen US-Bundesstaaten verfügen wir über gute persönliche Kontakte zu Attorneys-at-Law in mittelgroßen Kanzleien. Ihr Ansprechpartner in Deutschland ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070, seit 2001 als Rechtsanwalt auf deutsch-britische Erbfälle und Wirtschaftsstreitigkeiten spezialisiert.

Witz für Intellektuelle zum Wochenende

Von Michael Gleiten (26.09.2017)
Kommentare deaktiviert für Witz für Intellektuelle zum Wochenende

Masochist zum Sadisten: „Quäl mich.“

Antwort des Sadisten: „NEIN!

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Dann muss ich meinem Sponsor wohl absagen

Von Michael Gleiten (10.08.2017)
Kommentare deaktiviert für Dann muss ich meinem Sponsor wohl absagen

So eine Enttäuschung! Da führt man als Anwalt monatelange Gespräche mit führenden Getränkeherstellern, Premium-Automarken und schweizer Uhrenfabrikanten, verhandelt Größe und genaue Platzierung des Firmenlogos auf Robe, Hemdkragen und Anwaltsaktenmappe und dann das: BVerfG bestärkt das Werbeverbot auf der Anwaltsrobe (Details im Anwaltsblatt). Damit konnte ja wirklich niemand rechnen. Aber gut, dann müssen meine Sponsoren halt mit Werbeflächen auf meinem Wagen, im Kanzleibesprechungsraum und auf der Stirn meiner Assisstentin vorlieb nehmen. Mann, Mann, Mann – manche Kollegen haben echt Nerven.

Irgendwie erinnert mich das Thema an den Beitrag „Deutschlands bester Anwalt„. Weitere Beiträge zu Anwaltsmarketing:

Die 7 schlimmsten Klischee-Motive auf Kanzleiwebsites
Anwalt ist stolz auf seinen Spitznamen “Rottweiler”
Anwälte jagen Krankenwagen

Woher kommt dieser Anwalt?

Von Bernhard Schmeilzl (19.06.2017)
Ein Kommentar

Heiteres Ratespiel über die Herkunft von Kollegen anhand der Formulierungen in deren Anwaltsbriefen. Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem Brief eines Kollegen an unsere Anwältin für internationales Erbrecht Katrin Groll:

Sehr geehrte Frau Kollegin! Ich bedanke mich für Ihre illuminierende Rückantwort vom 07. Juni 2017 auf mein Urgenzschreiben und teile mit, dass in der bezuggenommenen Rechtsmaterie der Verlassenschaftsangelegenheit (Einantwortungsbeschluss) keine weiteren Erhebungen mehr erforderlich sind. Ich darf Sie ersuchen mir die Kosten des Einschreitens Ihrer Kanzlei zu übermitteln und verbleibe mit freundlichen kollegialen Grüßen

Insider wissen sofort Bescheid: Unverkennbar die Terminologie unserer geschätzten Kollegen in Austria. Da unsere süddeutsche Kanzlei viele deutsch-österreichische Erbfälle und grenzüberschreitende Familiensachen bearbeitet, dürfen wir derart charmante Formulierungen häufiger genießen. In diesem Sinne: Habe die Ehre!

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Informationen zum internationalen Erbrecht, speziell zu Erbrecht, Nachlassabwicklung und Erbschaftsteuer in Deutschland, Österreich, der Schweiz, UK, USA und anderen Ländern finden Sie hier:

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Die 2003 gegründete Anwaltskanzlei Graf & Partner ist spezialisiert auf die Beratung bei deutschen Erbfällen mit Bezug zu Österreich, der Schweiz sowie zu  anglo-amerikanischen Jurisdiktionen (UK, USA, Kanada, Australien und Südafrika), also speziell die Abwicklung deutsch-österreichischer und deutsch-schweizer Nachlassangelegenheiten sowie deutsch-britischer, deutsch-amerikanischer und und deutsch-kanadischer Erbfälle. Wer sich mit der Abwicklung einer komplizierten internationalen Nachlassangelegenheit konfrontiert sieht, muss nicht verzweifeln. Die Anwälte für internationales Erbrecht haben lange Jahre praktische Erfahrung und unterstützen die Erben, Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter gerne. Wir prüfen und strukturieren den Erbfall und dessen steuerlichen Auswirkungen, organisieren die in den jeweiligen Ländern nötigen Maßnahmen, nehmen auf Wunsch Kontakt zu den Erbrechtsexperten im jeweiligen Ausland auf (von USA und England über Südafrika bis Australien), und koordinieren die Nachlassabwicklung. Dies vermeidet Doppelarbeit und beschleunigt den Zugriff auf das ausländische Erbe.

Falls Sie bei einem konkreten Erbfall rechtliche Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die deutschen Anwälte der Kanzlei Graf & Partner sowie deren Partneranwälte in Österreich, der Schweiz, England, Schottland und Irland gerne zur Verfügung. Ihr Ansprechpartner ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), zentrale Rufnummer: 0941 463 7070

Update zu den lustigen Jungs von „Medi-24“

Von Bernhard Schmeilzl (12.05.2017)
Ein Kommentar

Gestern hatte ich hier über die illegalen Praktiken der Betreiber des Online-Shops „Medi-24.online“ berichtet. Prompt meldete sich eine Kundin, die dort bestellt hatte. Als sie von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machte und die Ware zurücksenden wollte, nach Panama (wir haben berichtet), erhielt sie eine eMail mit folgendem lustigen Text:

„Sehr geehrter Kunde, vielen Dank für Ihre Nachricht. Nach Prüfung Ihrer Bestellung haben wir festgestellt, dass diese von jeglichen Widerruf, Storno oder Umtausch ausgeschlossen ist, siehe unsere Return Policy unter medi-24.online/returns. Sowohl im Verkaufsprozess, als auch der Garantiebeschreibung wird auf die Return Policy verwiesen. Danach sind reduzierte Waren und Aktions-Ware von jeglichem Storno, Widerruf oder Umtausch ausgeschlossen. Bitte beachten Sie, dass eine Rücksendung der Ware keinen Widerruf darstellt. Eine erneute Zustellung der Ware erfolgt auf Ihre Kosten. Mit freundlichen Grüßen …“

Cool, für Medi-24.online gelten also die Bestimmungen des Fernabsatzrechts nicht, weil die das so auf ihre Website schreiben. Und ich dachte immer, dass die Regeln zwingend sind. Dann muss ich da wohl nochmal nachsehen…

Übrigens hat Medi-24.online die Kundin auch zur Zahlung aufgefordert. Laut Überweisungsbeleg auf ein Konto, dessen IBAN mit EE beginnt. Das Konto befindet sich also im schönen Estland (siehe IBAN Länderliste). Ganz schön international, die Schlankheitspulvertruppe. Der Zahlungsempfänger ist übrigens eine Firma „WorldSend OÜ“.

Überweisungsbeleg

Wie gesagt: Es wird immer lustiger. Außer man ist bei denen Kunde.

Wenn der Tag nicht so kurz wäre, könnte man jetzt folgenden Fragen nachgehen:

1) Wem gehört die „World Send OÜ“

2) Woraus besteht das der Kundin übersandte Pulver?

3) Wer ist Dr. Rochard?

4) Und – wie ein US-Präsident zu sagen pflegt – ganz generell: What the hell is going on!?