Kategorie ‘In eigener Sache’

UK-Presse nennt Boris Johnson einen „planlosen Lügner und Betrüger“

Von Bernhard Schmeilzl (27.06.2016)
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… und die offizielle Online Petition für ein zweites Referendum liegt bereits bei 3,6 Millionen Unterschriften

Das Referendum hat andere Folgen, als Boris Johnson, Michael Gove und Nigel Farage sich das vorgestellt haben. Stündlich müssen Wahlversprechen einkassiert werden. Die angeblichen 350 Million Pfund pro Woche, die statt an die EU nun an den National Health Service überwiesen werden sollten: äh, das wird wahrscheinlich so nicht gehen. Die Einwanderung, die gestoppt werden wird: äh, die Zahl der Immigranten wird wohl insgesamt nicht zurück gehen. Es wird immer offensichtlicher, dass – im Unterschied zum Überzeugungstäter Nigel Farage von der UKIP – Boris Johnson und manche seiner Brexit-Kollegen aus der Tory-Partei insgeheim gar nicht damit gerechnet haben, dass ihre „Vote Leave“ Kampagne erfolgreich sein würde (lustiger Cartoon dazu in der London Times). Jedenfall kann man keinen Plan erkennen. Die aktuelle „Strategie“, den tatsächlichen Austritt zu verzögern, indem man ihn schlicht „noch nicht gleich“ beantragt, ist nicht nur ein Affront gegen die Brexit-Wähler, denen ja mit Slogans wie „Take Control“ und „We want our Country back“ das sofortige Wiederaufleben der gloriosen British Empire Zeiten avisiert worden war. Es verlängert auch die Hängepartie für die eigene Wirtschaft und die nationale Politik, die ja nun einiges zu tun hat. Der englische Gesetzgeber muss ja viele der so ungeliebten EU-Regularien nun durch nationale Regeln ersetzen. Dennoch scheinen es die Brexit-Protagonisten mit dem „Take Control“ plötzlich gar nicht mehr eilig zu haben.

Der englische „Guardian“, eine der führenden Zeitungen auf der Insel, in der politischen Ausrichtung vergleichbar mit der deutschen SZ, nimmt jedenfalls kein Blatt mehr vor den Mund. Im heutigen Kommentar von Nick Cohen „Es gibt Lügner – und dann gibt es Boris Johnson und Michael Gove“ wird Boris Johnson als verantwortungs- und planloser Lügner und Betrüger an seinen Wählern bezeichnet, der „Politik als Spiel“ betreibt. Die britische Presse ist generell wenig zimperlich im Umgang mit Politikern, aber derart harsche Worte sind auch dort nicht alltäglich. Die Murdoch-Presse (The Sun und The Daily Mail) hält zwar dagegen und verlangt die sofortige Umsetzung des Austrittsbeschlusses, aber auch deren Leser werden wohl bemerken, dass ihr Sommerurlaub sowie die Lebenshaltungskosten teurer werden und die Erfüllung der Wahlversprechen, sagen wir, verschoben wurde. Wenn Boris sich also nicht bald etwas einfallen lässt, wird er sehr schnell zerrieben werden von den durch unrealistische Versprechen erzeugten Erwartungen der eigenen Wähler auf der einen Seite und der Wut der Brexit-Gegner in der eigenen Bevölkerung und nicht zuletzt im Parlament, auf der anderen Seite. Die „Anyone but Boris“ Kampagne in seiner eigenen Partei zeugt von vielen offenen Messern in den Taschen seiner Tory-Parteikollegen. Und die Petition für eine zweites Referendum (diesmal mit hohem Quorum) liegt Stand heute bereits bei über 3,6 Millionen Unterschriften. In England existiert bereits das geflügelte Wort für „Bregret“ (Brexit-Regret), also das Bedauern, für den Brexit gestimmt zu haben. Viele geben zu, dass sie nur aus Protesthaltung einen Denkzettel verpassen wolltem, aber nicht damit gerechnet hatten, dass es tatsächlich dazu kommt (siehe Interview Videos dazu hier). Tja, Referendum gelungen, Land im Chaos. Denn es zerlegt sich parallel zu all dem derzeit auch die potentielle Opposition nach allen Regel der Kunst. Dem Labour Vorsitzenden Jeremy Corbyn sind in den letzten zwei Tagen nicht weniger als 11 seiner zentralen Mitstreiter (Schattenkabinett) von der Fahne gegangen. Auch die britischen Sozialdemokraten wissen offenkundig, wie man die Chance auf starke Opposition gründlich im Keim erstickt, indem man sich mit den Befindlichkeiten der eigenen Partei und Personalia beschäftigt.

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Die Entzauberung der Brexit-Populisten hat begonnen

Von Michael Gleiten (24.06.2016)
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Schon Stunden nach Bekanntgabe des Brexit-Ergebnisses beginnt der Katzenjammer auf der Insel. Die Stimmung schlägt bereits um, weil die Briten erste konkrete Auswirkungen vor Augen geführt bekommen. Schlagzeilen der Online-Ausgaben englischer Zeitungen sowie TV-Berichte und Nachrichten sind negativ bis panisch. Vor allem die Jugend ist entsetzt, ein Beispiel: „Teenage anger over Brexit vote – What have we done?“ Etliche Privatanleger haben bereits jetzt einen Teil ihres Vermögens verloren, weil die Aktien in den Keller gerauscht sind. Der kurz bevorstehende Sommerurlaub wird wegen des abgestürzten Pfundkurses für Briten empfindlich teurer. Auch die allgemeinen Lebenshaltungskosten (siehe sogar die zurückhaltende BBC “How the Brexit could hit your wallet”). Die Prognosen für das englische Wirtschaftswachstum wurden sofort heute nach unten korrigiert. Der ohnehin überhitzte Immobilienmarkt in London kann einbrechen. Ausländische Investoren werden Engagements in UK überdenken bzw. verschieben.

Und die vermeintlich genialen Wahlstrategen Nigel Farage und Boris Johnson beginnen mit dem großen Zurückzurudern und müssen ihre teils absurden Versprechen zurücknehmen, siehe zum Beispiel hier. Mehr zum Thema Brexit und den praktischen Auswirkungen vom deutsch-britischen Anwalt Bernhard Schmeilzl auf seinem Blog Cross-Channel-Lawyers: Der Brexit und ich

Telefonische Erreichbarkeit Graf & Partner

Von Bernhard Schmeilzl (23.05.2016)
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Update 24.5.2016: Nach drei Tagen unerklärlicher Störung sind nun alle Telefon- und Fax-Leitungen wieder funktionsfähig. Auf eine Entschuldigung der Telekom werden wir wohl – wie immer – vergeblich  warten. Der Standardkommentar der Telekom-Hotline „Experten“ war: „Oh, das hätte eigentlich nicht passieren dürfen.“ Wir stimmen zu und sagen der Telekom für immer Lebwohl.

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Hinweis in eigener Sache: Wir sagen der Deutschen Telekom (mit gutem Grund) au revoir und wechseln derzeit unseren Telekommunikations-Provider. Gleichzeitig erweitern wir die Telefonanlagen an den Standorten München und Regensburg. Daher kann es in den nächsten Tagen (von ca. 20. Mai bis 1. Juni) zu Problemen bei der telefonischen Erreichbarkeit kommen, bis alle Rufnummern auf den neuen Provider übertragen sind. Spätestens ab 1. Juni sollte dann alles wieder funktionieren. In dringenden Fällen erreichen Sie Rechtsanwalt Schmeilzl unter 0175 / 480 2209.

Kanzleistand auf Expat-Messe in München am 22. März 2015

Von Bernhard Schmeilzl (10.03.2015)
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Informationen, Entertainment und Networking-Möglichkeiten für in München arbeitende Expats aus aller Welt bietet am Sonntag, den 22. März 2015 die alljährliche Messe EXPAT IN THE CITY. Die rund 5.000 Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm zu beruflichen Themen ebenso wie zur Freizeitgestaltung.

Die auf deutsch-britische und deutsch-amerikanische Rechtsfragen spezialisierten Anwälte Bernhard Schmeilzl (BS), Elissa Jelowicki (EJ) und Silvia Binder stehen am Messestand S18 mit Rat und Tat zur Seite.

Expat in the City Flyer

Richter verprügelt Pflichtverteidiger im Gerichtssaal

Von Michael Gleiten (13.02.2015)
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Ja, so geht’s zu im Strafgerichtsaal zu Brevard County im sonnigen Florida. Aber der Richter hatte den lästigen Strafverteidiger ja gewarnt: „Sie gehen mir auf die Nerven. Setzen Sie sich hin und halten Sie die Klappe.“ Der renitente Anwalt wollte aber unbedingt weiter verteidigen. Brabbelt so provozierende Statements wie: „I am a public defender. I have a right to be here!“ und lauter solchen Unsinn. Darauf nahm der Richter das Recht in die eigene, nun ja, Hand. Oder besser Faust. „Wenn Sie’s wissen wollen, dann gehen wir beide mal raus und ich versohl Ihnen den Arsch!“. Im Original klingt’s noch schmissiger: „… I’m gonna kick your ass“. So kam es dann auch. Und da in USA-Gerichtssäälen gottlob Kameras erlaubt sind, gibt es sogar Fernsehaufnahmen von der Veranstaltung. Lustig. Wär nur interessant zu wissen, was dem  Angeklagten eigentlich zu Last lag. Am Ende vielleicht Körperverletzung. Hihi!

Vorsicht vor „LIBERA Solar KG“ in Lindau

Von Michael Gleiten (27.12.2014)
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… und dem persönlich haftenden Gesellschafter und Geschäftsführer Ekkehard Hans. In einer titulierten Forderungsangelegenheit gegen Herrn Ekkehard Hans betreibt dieser seit vielen Monaten Zustellungsvereitelung. Auch die Firma Libera Solar KG (Amtsgericht Kempten Aktenzeichen: HRA 9649) ist nun angeblich „unbekannt verzogen“, als der Gerichtsvollzieher Mitte Dezember das Firmengelände in der Kemptener Straße 99, 88131 Lindau aufsuchte, um einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss zuzustellen. Offensichtlich gelogen, da sowohl die Firmenwebsite http://www.liberasolar.de nach wie vor unter dieser Adresse um Kunden wirbt, als auch das Handelsregister diese Anschrift zeigt. Wir raten daher zu höchster Vorsicht bei Geschäften mit Herrn Hans und der Firma Libera Solar KG. Nach unserer Einschätzung ist sowohl das Unternehmen als auch Herr Hans persönlich zahlungsunfähig.

Trickbetrüger verwenden unseren Kanzleinamen

Von Bernhard Schmeilzl (22.12.2014)
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Aktuell geben sich offenbar wieder einmal Trickbetrüger als Anwälte der Kanzlei Graf & Partner Regensburg aus, kontaktieren potentielle Opfer per Telefon, erzählen erfundene Geschichten über einen angeblichen Gewinn und fordern die Zielpersonen auf, einen kleinen Betrag „per Code“ zu überweisen. Natürlich alles Humbug. Unsere Kanzlei hat nichts mit irgendwelchen Gewinnspielen zu tun. Wir haben die uns bekannt gewordenen Fällen angezeigt. Internet- und Telefon-Betrüger missbrauchen leider immer wieder die Namen von Anwaltskanzleien. Beispiele für übliche Betrugsmaschen finden Sie hier:

– Der monatliche Versuch des Honorarbetrugs: Heute mal ein 145.000 US$-Scheck in der Kanzleipost
Nein, man erbt nicht einige Millionen von jemandem, den man kaum kannte!
– Betrugsmasche “Millionenerbschaft aus England” (mit Beispielen gefälschter Unterlagen)
– Schon dreist: Betrügerische Abbuchung von unserem Kanzleikonto

Englischer Solicitor verstärkt Kanzlei Graf & Partner in München

Von Bernhard Schmeilzl (25.09.2014)
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Die auf britisch-deutsche Rechtsfälle spezialisierte Kanzlei Graf & Partner vermeldet Zuwachs: Ab sofort verstärkt die in England als Solicitor zugelassene Anwältin Elissa Jelowicki das Team um Rechtsanwalt Bernhard Schmeilzl. Als britische und kanadische Staatsbürgerin, die in Schottland studiert hat und in München lebt, ist Elissa Jelowicki international bestens vernetzt. Sie ist in München als Niedergelassene Europäische Rechtsanwältin zugelassen und berät sowohl im englischen wie im deutschen Recht.

Weitere Informationen:

– Londoner Anwälte vertiefen Kooperation mit Graf & Partner
– Deutsche Anwälte in England
– Was ist der Unterschied zwischen Barrister und Solicitor

Cool, Rechthaber-Beitrag hat mehr als 45.000 Leser auf Jurablogs

Von Michael Gleiten (10.07.2014)
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Kurz vor dem 6. Geburtstag unseres Blogs RECHTHABER.COM  (gestartet Juli 2008) wollten wir mal wissen, welcher unserer bislang rund 800 Beiträge die meisten Leute interessiert hat. Gerechnet hatten wir mit ein paar Tausend Lesern für den Spitzenreiter. Weit gefehlt: Der absolute Dauerbrenner unter den Rechthaber-Posting hat Stand heute 45.108 Leser bei Jurablogs und heißt: „Einschreiben sind rechtlich wertlos“. Herzlichen Dank! Das motiviert das Autorenteam.

Die aktuellen Top-Rating Beiträge sind:
(1)   “Teure Eltern! – Wer zahlt das Pflegeheim?” (Checkliste Elternunterhalt)
(2)  „Das korrekte Nachlassverzeichnis: Basis für die Pflichtteilsberechnung
(3)  „Enterbt ist halb so schlimm: So macht man den Pflichtteil geltend
(4)   Infos und Mustertexte zu “Generalvollmacht” und Vorsorgevollmacht”
(5)   Fakten zum Erbrecht 2012 mit Muster für Berliner Testament
(6)   Geheime Codes im Arbeitszeugnis? So benotet man Mitarbeiter
(7)   Muster-Treuhandvertrag (Strohmannvereinbarung GmbH-Anteile)

Nein, man erbt nicht einige Millionen von jemandem, den man kaum kannte!

Von Bernhard Schmeilzl (26.06.2014)
38 Kommentare

Internet-Betrüger mit Masche der angeblichen Millionenerbschaft in UK werden immer geschickter. Wie erkennt man Internetbetrüger mit der Erbschaftsmasche?

Da wir auf deutsch-britisches Recht spezialisiert sind, erhalten wir regelmäßig Anrufe deutscher Mandanten, die uns beauftragen möchten einen Erbschaftstransfer zu beschleunigen, weil da „seit Monaten nichts vorangeht“, obwohl der Mandant ja einen Anwalt in England habe und auch schon Gebühren nach UK überwiesen habe. Da bin ich dann schon stutzig. Wenn auf die Rückfrage, ob denn schon ein englischer Erbschein beantragt wurde die Antwort kommt, dass davon bislang nie die Rede war, dann ist alles klar. Der Mandant ist der üblichen Betrugsmasche aufgesessen. Die Story ist immer so:

Ein entfernter Verwandter (Onkel, Cousin, etc.) sei verstorben und habe entweder ein Testament zugunsten des Mandanten hinterlassen oder ein Konto bzw. Depot sei zugunsten des Mandanten eingerichtet. Das Geld – meist gleich ein Millionenbetrag – liege bei einer Bank in UK und könne transferiert werden. Im aktuellen Betrugsfall ein angebliches „Investment Certificate“ bei der Barclays Bank: gefälschtes_Investment_Certificate

Es müsse nur – leider, leider – zuvor ein „Geldwäschezertifikat“ (Money Laundering Certificate) bezahlt werden. Manchmal auch ein „Affidavit of Proof“, ein „Anti-Terrorist-Certificate“ oder ein „Change of Ownership Certificate“, siehe die in einem aktuellen Betrugsfall verwendeten Fantasierechnungen: Invoice_1 und Invoice_2.

Um es gleich vorweg zu nehmen. Das ist alles völliger Humbug. Solche Certificates gibt es nicht. Dennoch gehen den Internet-Trickbetrügern immer wieder Deutsche auf dem Leim, weil manche dieser Kriminellen einen durchaus großen Aufwand betreiben.

Meist meldet sich ein angeblicher englischer Anwalt oder ein englischer Banker. Diese „weisen sich aus“ mit in einem Bildbearbeitungsprogramm gefälschten Pässen (Beispiel_gefälschter_Pass) oder Bankmitarbeiterkarten (Beispiel_gefälschte_ID_Card_Bank). Die Fälschung erkennt man daran, dass der Name meist schärfer erscheint als die restlichen Infos im Pass, da der Name nachträglich per Bildbearbeitungsprogramm eingefügt wurde. Manche Fälscher geben sich aber große Mühe, so dass der Scan auf den ersten Blick echt aussieht.

Diese angeblichen Anwälte und Bankmitarbeiter verschicken dann Nachrichten mit scheinbar ofziellen e-Mail-Adressen. Meist werden die echten Domains und eMail-Adressen nur wenig verändert, also statt: john.miller@barclays.com wird john.miller@barclays-uk.com verwendet. Oder www-commerzbank.de statt www.commerzbank.de.Die Postanschrift stimmt meist noch, aber die Kommunikation läuft ja über eMail und Telefon, wobei die Betrüger meist eine englische Handynummer angeben (in UK beginnen Mobilfunknummern meist mit 07, wenn also eine „Bank“ eine Geschäfts-Telefonnummer angibt, die mit +447… beginnt, ist höchste Vorsicht geboten. Es handelt sich meist um sogenannte Burner, also Prepaid-Handynummern, die entweder gar nicht oder auf eine dubiose Limited oder Auslandsgesellschaft registriert sind.

Im aktuellen Fall verwendeten die Betrüger die Namen und Adresse der (tatsächlich existierenden) „Standard Chartered Bank“, aber mit falscher eMail-Adresse. Der angebliche Bankmitarbeiter schrieb an das Betrugsopfer:

„Mr …, Many thanks to you too for your prompt and timely response. Please allow me to go straight into the matters at hand so as to enable us complete this transaction as soon as possible. Now we have taken a good look into the details and file provided by our sister bank barclays. After a thorough and proper verification process that was carried out, we understand that this transaction has been followed carefully and i must applaud your team for their efforts. Without out wasting much of our time, we want to bring to your notice that issues of inheritance such as this are to be dealt with properly and all financial and government rules regulations and regulations needs to be fulfilled to avoid future problems from the government entities. In view to this, you will need to provide us with the below documents because they are very essential.
1, A certified copy of TAX clearance certificate issued here in UK 2, A certified copy of the UK chamber of commerce endorsement certificate 3, The UK chamber of commerce administrative clearance certificate
Please note that as soon as we receive these documents we will immediately release account details for siwft funds transfer to any specific account of your choice or we can initiate a bank wire depends on what you want.
We understand that you lawyer has been made aware the fact that we have been handed the job of making sure this deal is completed. He also has to be the one that will apply for the documents because these documents will note be given without the permission of a certified lawyer. From my experience, i reckon that these paper works will cost a total of a bout 47,800 pounds this is inclusive of tax reduction permit that will be issued by the authority. We hope that this funds be made available to your barrister to ensure immediate purchase of the documents. Your barrister can also make the trip down to confirm the prices just to be sure.  We are truly sorry for any inconvenience this might have caused but this is to enable us serve you better.
Thanks, Please reply…
Mr Callum Brown
Standard Chartered Bank
Operational Manager
1 Basinghall Avenue, London.“

Ja, Sie lesen richtig: Die Betrüger verlangen allen Ernstes 47.800 englische Pfund, wiegen das Opfer aber dadurch in Sicherheit, dass das Geld an einen angeblichen englischen Anwalt überwiesen werden soll. Der „weist sich ebenfalls aus“ durch gefälschte Passscans und irgendwelche Fantasiedokumente. Wenn das Opfer gezahlt hat, wird das Geld sofort auf ein anderes Konto weiter übertragen. Die Akteure sind verschwunden bzw. saßen meist ohnehin nie in England.

Wenn ich dem Opfer diese Nachricht überbringe, weigern sich viele, die Wahrheit zur Kenntnis zu nehmen. Immer wieder sprechen die Opfer dann von „dem Anwalt“ und „dem Bankmitarbeiter“ und es dauert oft Tage, bis beim Opfer tatsächlich klar wird, dass es den Banker und den Anwalt nie gab. Es gab nur einen oder mehrere Internet-Betrüger, die an irgendeinem PC in Nigeria, Asien oder vielleicht wirklich UK saßen und Fantasiedokumente verschickten. Weitere Informationen und Beispiele für echte und falsche Dokumente finden Sie hier

Das Geld ist weg. Man kann natürlich eine Strafanzeige in UK erstatten, wobei dort sogar eine besondere Anlaufstelle für Internetkriminalität existiert, die Action Fraud Police. In den gut 50 Fällen, die wir als Anwälte angezeigt haben, habe ich allerdings noch kein einziges Mal erlebt, dass die Akteure tatsächlich gefunden wurde.

Es hilft also nur, auf solche Betrüger gar nicht hereinzufallen. Dazu muss man wissen, wie die Abwicklung eines englischen Erbfalls abläuft (Details in den Links unten). Eine englische Bank würde in einem Erbfall niemals Geld freigeben, ohne dass vorher ein englischer Erbschein (Grant of Porbate) vorgelegt wird. In der Regel gibt die Bank noch nicht einmal Auskunft über ein Guthaben des Verstorbenen. Weitere Informationen zum Erbschaftsbetrug im Betrag hier sowie auf der Website der Action Fraud unter „Inheritance Fraud Scheme„.

Wenn Sie im Zweifel sind, ob Ihr Kontakt in England seriös ist, prüfen wir dies gerne. Da wir seit Jahren englische Erbfälle abwickeln wissen wir, wie echte Dokumente der Gerichte und des Finanzamts aussehen. Innerhalb einer Stunde belegen wir Ihnen, ob Sie es mit einem Betrüger zu tun haben und warum.

Kontakt:

Falls Sie bei einem konkreten Erbfall rechtliche Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die deutschen Anwälte der Kanzlei Graf & Partner sowie deren Partneranwälte in UK gerne zur Verfügung. Ihr Ansprechpartner ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), der in internationalen Nachlassverfahren regelmäßig als Administrator, Executor oder Trustee tätig ist oder Erben berät und anwaltlich vertritt, sowohl in Deutschland als auch in UK.

Weitere Informationen auf Cross-Channel-Lawyers, dem Portal für deutsch-britisches Recht:

Englisches Erbrecht: die Basics
Betrugsmasche Erbfall aus England
– Das englische Testament: Musterformulierungen
Deutsch-britische Erbfälle: Was bedeutet Nachlassspaltung?
Erbschaftssteuer in England: Steuersätze, Freibeträge, Anrechnung auf deutsche Steuer