Kategorie ‘English Law’

Bringt eine englische Limited Steuervorteile?

Von Michael Gleiten (07.03.2013)
Ein Kommentar

Union Jack

Das meinen ja auf den ersten Blick viele, die mit der Idee spielen, statt der guten alten GmbH für seine Geschäftsidee eine (vermeintlich?) dynamische und mit mehr Sex-Appeal ausgestattete UK Limited zu gründen. Die ja viel flexibler und viel billiger ist und obendrein noch Steuern spart. Wirklich? Diese Fragen beantworten die Kollegen des britisch-deutschen Rechtsportals Cross-Channels-Laywyers in dem Beitrag hier. Dazu gibt es einen Link zu einem wenig bekannten, aber höchst informativen Portal der Bundesregierung mit Informationen zu Gesellschaftsgründung, Unternehmensbesteuerung und grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen. Und zu guter letzt den Volltext des englischen Companies Act zum Download.

Zwangsvollstrecken gegen Briten: Leitfaden

Von Bernhard Schmeilzl (28.02.2013)
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Interessiert einen Richter seiner Majestät in der Vollstreckungsabteilung des High Court ein deutsches Gerichtsurteil, gar ein Versäumnisurteil? was macht der englische Richter, wenn man ihm die Urkunde eines deutschen Notars mit Vollstreckungsunterwerfung vorlegt? Nichts, lachen und wegwerfen, für in UK als vollstreckbar erklären, mit den Schultern zucken und liegen lassen bis das Vereinigte Königreich wieder aus der EU ausgetreten ist? Spaß beiseite: Theoretisch sind deutsche Titel „problemlos“ in UK vollstreckbar. Theoretisch. Nach unserer Erfahrung – und wir sind auf diesem Gebiet intensiv tätig – muss man dem jeweiligen Richter erst einmal schonend beibringen, dass es hierzu Bestimmungen der Europäischen Union gibt, insbesondere einen Europäischen Vollstreckungstitel (EuVTVO (EG) Nr. 805/2004). Ohne gut dokumentierte Anträge läuft hier kaum etwas ohne viele Rückfragen, schon gar nicht schnell. Wir haben auf dem Portal zu deutsch-britischen Rechtsfragenwww.cross-channel-lawyers.de einen Leitfaden zur Zwangvollstreckung in England sowie zur Vollstreckbarerklärung deutscher Titel in UK erstellt.

Rechtsanwalt Bernhard Schmeilzl, Master of Laws (Leicester University, England)

Mein Schuldner grüßt aus England. Good bye Forderung?

Von Michael Gleiten (22.02.2013)
3 Kommentare

Mit den (vermeintlichen) Vorteilen eines Insolvenzverfahrens in England für deutsche Schuldner wird allenthalben geworben. Googelt man “Insolvenz England” erhält man rund 750.000 Treffer und zehn bezahlte GoogleAds von „Insolvenzberatern“ und “Wirtschaftsdiensten” (siehe hier), die einen von Schulden unbeschwerten Neuanfang versprechen, quasi über Nacht und völlig unkompliziert. Als deutscher Gläubiger (und dessen Anwalt, der vielleicht gerade einen Titel gegen den frisch nach UK verzogenen Schuldner erstritten hat), reibt man sich erstaunt die Augen und fragt sich: Geht’s noch? Darf man in England seine Schulden einfach in die Themse werfen, den Gläubigern ein mehr oder weniger verschämtes „Sorry“ entgegenhauchen und dann zur Tagesordnung übergehen? Wohl kaum.

Die Experten für grenzüberschreitende britisch-deutsche Rechtsfälle von Cross-Channel-Lawyers erklären in zwei informativen Beiträgen (hier und hier), was die „Restschuldbefreier“ aus dem Internet meistens verschweigen. Dass nämlich die Durchführung eines Insolvenzverfahrens in England keineswegs automatisch und stets die Gläubiger benachteiligt. Ob sich aus den rechtlichen Unterschieden des UK-Insolvenzverfahrens mehr Vor- oder Nachteile ergeben, hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab. Anders gesagt: Vielleicht hat der Schuldner mit seiner Flucht auf die Insel sogar ein Eigentor geschossen. Sehr vielen Insolvenztouristen kann man mit gezielten Fragen und Anträgen die Pläne von der Turbo-Restschuldbefreiung durchkreuzen.

Wie sieht ein englisches Zwei-Zeugen-Testament aus?

Von Bernhard Schmeilzl (21.02.2013)
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Die Formerfordernisse an ein englisches Testament unterscheiden sich völlig von denen nach deutschem BGB. Grundüberlegung ist sowohl in Deutschland als auch in Engand: Wie stellt man sicher, dass das vorliegende Testament auch wirklich von demjenigen stammt, der dort als Erblasser genannt ist? Die deutsche Rechtsordnung hat sich dafür entschieden, den Itentitätsnachweis über Handschriftlichkeit des Testaments oder die Einschaltung eines Notar sicherzustellen. Anders im anglo-amerikanischen Bereich. Dort herrscht die Tradition des Zwei-Zeugen-Testaments: Man muss sein Testament in der Gegenwart zweier erwachsener Zeugen unterschreiben, die dann wiederum auf dem Testament bestätigen, dass der Testator soeben vor ihren Augen das Testament unterzeichnet hat. Dabei geht es nur um Bestätigung der Tatsache, dass der Testator selbst unterschrieben hat. Über den Inhalt des Testaments treffen die beiden Zeugen überhaupt keine Aussage, ja sie müssen den Inhalt nicht einmal zur Kenntnis nehmen. Weitere Informationen zum englischen Testament sowie ein Musterbeispiel finden sich auf der Website Cross-Channel-Lawyers, dem Portal für deutsch-britische Rechtsfragen.

Wie überträgt man Geschäftsanteile an einer englischen Limited?

Von Michael Gleiten (18.02.2013)
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Die Frage klingt banal, aber in der Praxis stehen dann doch viele Anwälte auf dem Schlauch, wenn ein Mandant fragt: „Wie kann ich Limited Shares übertragen“ oder gar eine ganze Limited kaufen. Muss man bestimmte Formulare verwenden? Muss man die Übertragung dem Companies House melden? Und wer weiß aus dem Stegreif, dass das englische Finanzamt bei jeder entgeltlichen Übertragung von Geschäftsanteilen einer UK Limited eine sog. Stamp Duty Tax von immerhin einem halben Prozent des Kaufpreises kassiert? Die Experten für deutsch-britische Rechtsfragen von Cross-Channel-Lawyers haben hier die wichtigsten Infos und Links zusammengetragen.

Londoner Anwälte vertiefen Kooperation mit Graf & Partner

Von Bernhard Schmeilzl (12.12.2012)
3 Kommentare

Senior-Partner der Kanzlei Lyndales Solicitors zu Arbeitsbesuch in Deutschland

Die deutsche Kanzlei Graf & Partner betreut seit Jahren zahlreiche deutsch-britische Mandate, gestaltet insbesondere handels- und gesellschaftsrechtliche Verträge, wickelt deutsch-englische Erbfälle ab und reguliert Autounfälle mit deutsch-britischem Bezug. Hierzu besteht eine enge Kooperation mit Lyndales Solicitors, einer wirtschafts- und zivilrechtlich ausgerichteten Sozietät von sieben englischen Anwälten im Zentrum von London. Die Zusammenarbeit entwickelt sich so erfolgreich, dass  die beiden Kanzleien nun ihre personellen Ressourcen verstärken, um die zahlreichen Mandatsanfragen zeitnah bearbeiten zu können. Im Jahr 2013 wird in der Londoner Kanzlei von Lyndales ein deutschpsrachiger Rechtsanwalt installiert und im Gegenzug wird bei Graf & Partner in München ein englischer Solicitor arbeiten. Zudem sind gute deutsche Rechtsreferendare (w/m) für die Wahlstation jederzeit bei Lyndales willkommen, sehr gutes Englisch und Affinität zu internationalen Mandaten natürlich vorausgesetzt (Details hier). Die Lyndales-Seniorpartner Stan Harris und John Segal besuchten am vergangenen Wochenende Deutschland, um die Details der vertieften Kooperation zu besprechen.

Deutsch-englische Kompetenz bei Graf & Partner

Die Rechtsanwälte Schmeilzl und Reimann haben – neben der Zulassung als deutscher Anwalt – auch in England bzw. Irland studiert und dort jeweils den Master of Laws erworben (abgekürzt LL.M. für Legum Magister). Rechtsanwalt Schmeilzl hat zudem einige Jahre in den USA gearbeitet. Die Kanzlei ist daher sowohl mit der anglo-amerikanischen Rechtspraxis als auch mit den jeweiligen Mentalitäten bestens vertraut. Verhandlungssicheres Englisch ist selbstverständlich. In Kooperation mit unserer Partnerkanzlei helfen wir deutschen Mandanten dabei, das Rechtsproblem zu strukturieren, bei Bedarf den richtigen englischen Spezialisten dafür zu finden, diesem den Sachverhalt in seiner Sprache (also bereits juristisch aufbereitet) zu erläutern und – last but in London definitely not least – die Kosten im angemessenen Rahmen zu halten. Weitere Informationen zur Kanzlei in der Broschüre “German Law Firm for English speaking Clients” (Download Flyer), auf dem Portal Cross-Channel-Lawyers und auf der Kanzleiwebsite www.graflegal.com

Verwandte Artikel:
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Grundzüge des Wirtschaftsrechts in Großbritannien
Broschüre zur Vertragsgestaltung nach deutschem und englischem Recht
– “The Difference between the United Kingdom, Great Britain and England – explained”

Wer kennt den Unterschied zwischen Barrister und Solicitor?

Von Michael Gleiten (22.11.2012)
Ein Kommentar

Nicht zu vergessen den Solicitor Advocate, den Visiting Lawyer, den Registered European Lawyer (REL) und den Registered Foreign Lawyer (RFL). Wer in UK einen Anwalt sucht, hat die Qual der Wahl. Außerdem können Anwälte aus EU-Mitgliedsstaaten natürlich auch unter ihrer nationalen Bezeichnung (Rechtsanwalt, Avocat, Abogado usw) Dienstleistungen in UK erbringen. Die Kollegen von Cross-Channel-Lawyers.de erklären hier die Unterschiede und geben Tipps, welche Kategorie von Lawyer man beauftragen sollte oder ob man besser seinen heimischen Anwalt mitnimmt.

Verwandte Beiträge in der Rubrik „Englisches Recht“

Unterhaltsansprüche durchsetzen in England (Leitfaden)

Von Katrin Groll (22.10.2012)
Kommentare deaktiviert für Unterhaltsansprüche durchsetzen in England (Leitfaden)

Die feine englische Art ist es nicht, aber es kommt vor, dass auch britische Väter (Mütter eher selten) und Ehegatten „vergessen“, ihre Unterhaltspflichten zu erfüllen. Wie man in diesen Fällen von Deutschland aus am besten gegen den in UK sitzenden Unterhaltsschuldner vorgeht, haben die Kollegen von Cross-Channel-Lawyers hier übersichtlich zusammengestellt.

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Verfahrenswerte in Familiensachen

Deutscher Expat stirbt in England. Und nun? Wie sieht ein englischer Erbschein aus?

Von Michael Gleiten (19.07.2012)
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Ein deutscher Banker, Manager oder Ingenieur, der beruflich für seine Firma ein paar Jahre nach London zieht, stirbt dort überraschend an einem Herzinfarkt oder Autounfall. Schon ist der erbrechtliche GAU eingetreten. Stichwort Nachlassspaltung: Das Vermögen wird nach unterschiedlichen Normen vererbt, d.h. es kann für das deutsche Vermögen andere Erben geben als für das in England befindliche. Die Anwaltskollegen von Graf & Partner, die zusammen mit der Londoner Kanzlei Lyndales häufig solche deutsch-britischen Erbfälle abwickeln, erläutern hier die Basics und haben – ganz interessant – einen englischen Erbschein des High Court of Justice eingescannt.

Immobilienkauf in England: Checklisten und Musterurkunden

Von Bernhard Schmeilzl (18.07.2012)
Ein Kommentar

In England existieren weder Notare deutscher Prägung noch eine gesetzliche Regelung des Sachenrechts. Immobilienkaufverträge sind die Domäne von Solicitors, die sich oft auf dieses sog. Conveyancing  spezialisieren (to convey = übertragen, befördern). Wir unterstützen häufig deutsche Mandanten bei der Abwicklung von Erbfällen mit Nachlassvermögen in England, stehen also häufig vor der Aufgabe, den Verkauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses zu organisieren. Deshalb haben wir zum Einstieg die wichtigsten Informationen zu Immobilientransaktionen in England hier zusammengestellt, inklusive einer Grundstücksurkunde  (sog. Land Certificate, meist Deed genannt) als PDF Download. Für weitere Fragen zu deutsch-britischen Rechtsfragen siehe die Portale Cross-Channel-Lawyers.de (deutsch) und CrossChannelLawyers.co.uk (englisch), unter anderem zu den Themen:

Wie gründet man eine englische Limited
Forderungen in England einklagen
Britisch-deutsche Erbfälle