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Die 7 schlimmsten Klischee-Motive auf Kanzleiwebsites

Von Michael Gleiten (21.05.2013)
9 Kommentare

Auf dem Portal Terminsvertreter.com sind mittlerweile weit über 1.000 deutsche Anwaltskanzleien registriert (siehe hier), die alle auf ihre jeweilige Kanzleiwebsite verweisen. Da bekommt man also einiges zu sehen, Gutes und weniger Geglücktes, selbstgebastelte Online-Visitenkarten mit 80er-Jahre-Charme und avantgardistische Web 3.0 Websites. Mindestens ein Drittel der Websites verwendet als grafisches Stilmittel ein Motiv aus der Mottenkiste der Anwaltsklischees, wie ja auch das Portal Terminsvertreter selbst. Hier die Top 7:

1) das Paragraphenzeichen, besonders schlimm in der rotierenden Form
2) die Anwaltsrobe, entweder am Anwalt oder am Kleiderhaken, gerne auch kombiniert mit weißer Krawatte)
3) der Schönfelder, unter dem Arm, in der Hand oder auf dem Schreibtisch (gerne auch in Kombination mit 2, s.o.)
4) die Waage und/oder Justizia (bei kämpferischen Kollegen auch mit Schwert; hier in besonders schöner Kombination mit gleich drei Schönfeldern)
5) das Buchregal, gerne auch kombiniert mit Klischee 3 oder 4
6) der Holzhammer (hier gleich in Kombi mit 1 und 4); besonders eigenartig, da in Deutschland nicht existent, schon gar nicht darf ein Anwalt hämmern; aber was soll’s, der Mandant findet einen Hammer cool, weil den kennt er aus Hollywood-Gerichtsfilmen („You can’t stand the truth…“)
7) antike Säulen (bei diesem Beispiel lohnt sich auch das nach unten Scrollen)

Zum Abschluss hier noch ein besonders gelungenes Arrangement der Klischees 1, 3, 4 und 6.

Fazit: Wenn der Webdesigner mitteilt, er habe da eine ganz innovative Idee und vorschlägt, man könne für die Anwaltswebsite doch mal ein Foto machen, in dem der Anwalt in Robe, mit Gesetzestext in der Hand vor dem Buchregal und neben der Justizia steht, dann sollte man in Erwägung ziehen, diesen wortlos zu ohrfeigen…

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